Ver- und Entsorgung

    Energiepolitische Konferenz von ver.di am 24. April 2015 in Regensburg

    Energiepolitische Konferenz von ver.di am 24. April 2015 in Regensburg

    Fachbereich Ver- und Entsorgung

    Energiewende in Bayern aus Sicht der Beschäftigten - Energiepolitische Konferenz vonver.di am 24. April 2015 in Regensburg

    Rund 80 Arbeitnehmervertreter/-innen aus den öffentlichen und privaten Unternehmen der bayerischen Energiewirtschaft – darunter u. a. auch Kolleginnen und Kollegen der in Regensburg ansässigen REWAG und  Bayernwerk AG– waren am Freitag, den 24. April 2015 der Einladung von ver.di in das Kolpinghaus Regensburg gefolgt, um u. a. mit Frau Ministerialdirigentin Dr. Ulrike Wolf (Abt.-Leiterin im Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie), der Landesbezirksleiterin von ver.di Bayern, Luise Klemens sowie dem Landesfachbereichsleiter Ver- und Entsorgung, Martin Marcinek, über notwendige Weichenstellungen aus Sicht der Beschäftigten zu diskutieren. Der Vorsitzende des Landesfachbereichsvorstands Ver- und Entsorgung, Richard Wuchterl (AÜW), begrüßte die zahlreichen TeilnehmerInnen mit einem klaren Aufruf an die Staatsregierung, den Beschäftigten in der Energiewirtschaft in der politischen Debatte Gehör zu verschaffen. Karlheinz Kratzer (N-ERGIE) stellte im Anschluss daran als Vorsitzender des Landesfachgruppe Energiewirtschaft die Positionen von ver.di Bayern zur Energiewende vor.

    Betriebsräte des Allgäuer Überlandwerks (AÜW), der Stadtwerke Landshut, Bayernwerk AG, N-ERGIE (Nürnberg), der Stadtwerke München, der E.ON Kraftwerke (Kraftwerke Ingolstadt und Irsching) und des Kernkraftwerks Isar beleuchteten in kurzen Statements die Auswirkungen der Energiewende in ihren jeweiligen Unternehmen und erklärten, welche Rahmenbedingungen aus Sicht der Beschäftigten notwendig wären. Inzwischen zeichne sich eine schwierige Lage der Beschäftigten in den Unternehmen ab, die mittlerweile von Kosteneinsparungen und Personalabbau gezeichnet sind.

    „Wir sind davon überzeugt, dass die Energiewende in Bayern nur mit den Beschäftigten erfolgreich zum Ziel geführt werden kann. Seit Jahren sind die Profis der öffentlichen und privaten Energiewirtschaft ein Garant für Versorgungssicherheit in unserem Land“ erklärt Alexander Gröbner (Geschäftsführer ver.di Bezirk Oberpfalz). Davon profitierten sowohl die Bürgerinnen und Bürger aber auch die Wirtschaft, allen voran die Industrie, die hinsichtlich ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit unbedingt auf eine zuverlässige und ununterbrochene Produktion angewiesen seien.

    Zwar sei die Energiewende in der Bundesrepublik Deutschland in aller Munde. Über die Beschäftigten in der Branche sprechen aber nur wenige. ver.di Bayern habe sich deshalb zum Ziel gesetzt, genau deren Perspektive in die Debatte einzubringen. Schließlich käme den gut 35.000 Beschäftigten in der bayerischen Energiewirtschaft eine Schlüsselrolle beim Gelingen der Energiewende zu: „Und das sowohl in der Erzeugung, wie auch im Bereich der Übertragungs- und Verteilnetze“ so Gröbner weiter. Dabei habe auch der Vertrieb und eine effiziente Systemdienstleistung in sog. Querschnittsfunktionen der Unternehmen für die Bürgerinnen und Bürger eine wichtige Bedeutung im Hinblick auf Quantität und Leistungsqualität preisbewusster aber auch ökologischer Energieprodukte.

    „Einerseits steigen die fachlichen Ansprüche und die quantitative Belastung der Beschäftigten in den letzten Jahren ständig. Andererseits wird der seit der Liberalisierung des Strommarktes und der sog. Anreizregulierung immense Kostendruck der Unternehmen fast ungebremst den Beschäftigten aufgebürdet. Der massive Personalabbau der vergangenen Jahren fordert heute vielfach seinen Tribut.“ so Gröbner

    ver.di thematisiere diese schwierige Lage unter anderem über ihr Projekt „Gute Arbeit“ in den Betrieben. „Psychische Belastungen für die Beschäftigten steigen und „burn out“ ist keine Seltenheit mehr!“ beklagt Gröbner

    Letztlich bedürfe es aber auch politischer Entscheidungen für die Beschäftigten, damit diese ihre hochwertige Arbeit auch weiterhin zum Wohle der Gesellschaft leisten könnten und nicht zusammenbrechen.

    . Alexander Gröbner Energiepolitische Tagung 24.04.2015_1
    . Alexander Gröbner Energiepolitische Tagung 24.04.2015_2  – von links nach rechts: Karlheinz Kratzer, Luise Klemens, Dr. Ulrike Wolf, Richard Wuchterl, Martin Marcinek, Redner-Pult: Albert Zettl, Vorsitzender Spartenbetriebsrat der Bayernwerk AG