Erwerbslose

    Viele Gemeinsamkeiten mit der kirchlichen Soziallehre

    Erwerbslosenausschuss

    Viele Gemeinsamkeiten mit der kirchlichen Soziallehre

    Mai 2013 - Erwerbslosenausschuss

    Ver.di: viele Gemeinsamkeiten mit der kirchlichen Soziallehre

    Schwandorf:   „Du sollst dem Ochsen beim Dreschen keinen Maulkorb anlegen!“, mit diesem Jahrtausenden alten Zitat wies Markus Nickl, Diözesansekretär des Arbeitnehmerbildungswerkes des KAB-Sekretariats Weiden, zur Einleitung seines Referates darauf hin, dass schon zu damaliger Zeit Ausbeutung verurteilt wurde.

    Eingeladen hatte den Referenten der Erwerbslosenausschuss des ver.di-Bezirkes Oberpfalz zur jährlichen Mitgliederversammlung ins Schwandorfer ‚Schützenheim‘.

    Klaus Schmitsdorf, einer der Sprecher der ver.di-Erwerbslosen im Bezirk, begrüßte neben dem Referenten auch den stv. Bezirksgeschäftsführer, Karlheinz Winter.

    Zunächst berichtete Wolfgang Berndt über die Arbeit des ver.di-Ausschusses im letzten Jahr. Der Schwerpunkt dieser lag an Informationsarbeit – so wurden u. a. vor den Job-Centern Schwandorf und Amberg entsprechende Info-Stände abgehalten.

    Inhaltlich befassten sich die gewerkschaftlich organisierten Erwerbslosen auch mit dem Europäischen Bürgerbegehren ‚Wasser ist Menschenrecht‘, des Vorhandenseins der sog. ‚Tafeln‘ und beteiligten sich an der Aktion ‚UmFAIRteilen‘ in Regensburg.

    In seinem sehr engagiert vorgetragenen und inhaltsreichen Referat nahm danach Markus Nickl zum Thema ‚aktuelle Sozialpolitik aus Sicht der KAB‘ Stellung.

    „Wie haben wir mit Menschen umzugehen?“ – dieser Frage versuchte er mit Schriften der katholischen Soziallehre, des 2. Vatikanischen Konzils oder den Sozialenzykliken Antworten zu geben.

    Die KAB, so der Referent, stellt sich mit ihrer Forderung nach einem gerechten Lohn grundsätzlich hinter die gewerkschaftlichen Forderungen nach einem flächendeckenden Mindestlohn; „wobei ein Mindestlohn nicht gleichzusetzen ist mit einem  gerechten Lohn!“, unterstrich er. Für ihn ist die Pfändungsfreigrenze die unterste Grenze.

    „Wir erleben derzeit eine Politik, die bereit ist, viele Menschen arm zu machen – mit einer nach oben offenen Grenze!“, forderte er zu einer Umkehr auf.

    Kritisch hinterfragte er auch, dass alles in Deutschland mit der Erwerbsarbeit definiert wird – und verwies auf den katholischen Theologen Oswald von Nell-Breuning, der die Erwerbsarbeit bereits vor längerer Zeit als ‚auslaufendes‘ Modell bezeichnete.

    „Der Mensch muss in den Mittelpunkt allen Handelns und aller Entscheidung gestellt werden!“, so unter großer Zustimmung seine Forderung.

    Markus Nickl (KAB Diözesansekretär) Karlheinz Winter Markus Nickl (KAB Diözesansekretär)  – Markus Nickl (KAB Diözesansekretär)
    Wolfgang Berndt - Markus Nickl - Klaus Schmitsdorf Karlheinz Winter Wolfgang Berndt - Markus Nickl - Klaus Schmitsdorf  – Wolfgang Berndt - Markus Nickl - Klaus Schmitsdorf