Ortsverein Stiftland

    12. Politischer Aschermittwoch im OV Stiftland

    12. Politischer Aschermittwoch im OV Stiftland

    Ortsverein Stiftland

    12. Politischer Aschermittwoch des Ortsvereins Stiftland - "Mindestlohn verteidigen!"

    Tirschenreuth. War das Fazit des Referates von Christian Dietl (Geschäftsführer DGB Region Oberpfalz) beim 12. Politischen Aschermittwoch des ver.di Ortsvereins Stiftland im Stiftlandrestaurant im Kettelerhaus. Der Vorsitzende des Ortsvereins Fritz Rüth freute sich dass der Einladung wieder zahlreich gefolgt wurde.

    Dietl ging in seinem Referat besonders auf den seit 01. Januar 2015 geltenden Mindestlohn von 8,50 Euro ein. „Das ist ein Verdienst der Einzelgewerkschaften des DGB und ver.di hat besonders dafür gekämpft“, so Dietl. Die vergangen Wahlen hätten deutlich gezeigt, dass den Bürgern der Bundesrepublik angemessene Löhne und gute Arbeitsbedingungen parteiübergreifend am Herzen liegen. „Dies sind die Kernthemen von Gewerkschaften“, führte der Referent aus.

    Besonders ging Dietl auf die Ausnahmen ein. „Hier wird eine skurrile Debatte von den Arbeitgebern geführt. Es gilt jedoch: Je weniger Ausnahmen, desto einfacher ist es den Mindestlohn umzusetzen und zu kontrollieren. Das bedeutet eine größere Akzeptanz!“, hierfür erntete er die Zustimmung der Anwesenden.

    Die Anrufe bei der Hotline zum Mindestlohn (0391 / 4088003) pendeln sich derzeit bei etwas über 100 pro Tag ein. Sogar Arbeitgeber würden sich dort melden.

    Der Mindestlohn ist auch besonders bedeutend für die Oberpfalz. 19.741 Vollzeit-Beschäftigte verdienen hier unter 1.500 €. „Diese Beschäftigten profitieren vom Mindestlohn“, so Dietl.

    „Es wird eine Stimmungsmache von der Wirtschaft und der Politik gefahren und so mancher Arbeitgeber versucht den Mindestlohn zu umgehen“, führte er weiter aus. „Arbeitgeber jammern über die Dokumentationspflichten. Ich frage mich nur, wie sie in der Vergangenheit die Arbeitsverhältnisse ´richtig´ bezahlen konnten?“, hierfür erntete er Gelächter der Anwesenden.

    Hinsichtlich der Umgehungsversuche nannte er auch Beispiele: „Beschäftigten werden neue Arbeitsverträge mit reduzierter Arbeitszeit vorgelegt, die Arbeit wird aber im gleichen Umfang verlangt. Warte- und Bereitschaftszeiten werden plötzlich nicht mehr vergütet oder Naturalien würden als Bezahlung angeboten. Schlussendlich behaupten manche Arbeitgeber, dass der Mindestlohn für bestimmte Anstellungsverhältnisse (z. B. Minijobs) nicht gelte.“

    Für sein Referat erntete Dietl den Applaus der Anwesenden.

    Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch über die laufende Tarifrunde Länder und die Tarifrunde im Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes durch Helmut Weiß (Gewerkschaftssekretär ver.di) informiert. „Hier heißt es: Stärke zeigen!“, fasste er zusammen.

    Zum Abschluss der Veranstaltung dankte Vorsitzender Fritz Rüth dem Referenten und überreichte ihm ein Geschenk.

    Mit angeregter Diskussion klang der Abend aus.

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