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    Gewerkschaft ver.di Regensburg ehrte am letzten Freitag über …

    Ortsverein Regensburg

    Gewerkschaft ver.di Regensburg ehrte am letzten Freitag über 100 Jubilare.

    Der stellvertretende OV-Vorsitzende Claus Kiesewalter eröffnete die Veranstaltung am 21.10.2016 und dankte den anwesenden Jubilaren für 70, 65, 60, 50, 40 und 25 jährige Treue zu ihrer Gewerkschaft.

    In seinem Grußwort sprach der stellvertretende Bezirksvorsitzende Stefan Dietl davon, dass dem jahrzehntelangen Engagement der Jubilare im Betrieb, auf der Straße und in der Gesellschaft zu verdanken sei, dass Gewerkschaftliche Erfolge erzielt wurden.

    Keine Errungenschaften der letzten Jahrzehnte wurden der Gewerkschaftsbewegung geschenkt, alles musste erkämpft werden.

    Die Jubilarrednerin und ver.di OV-Vorsitzende Irene Salberg blickte in ihrer Rede zurück auf die Jahre, als die Jubilare Gewerkschaftsmitglied wurden. Damals, vor 70 Jahren schworen sich die Gewerkschafter der ersten Stunde “nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg”. Bereits 1948 kämpften 9 Millionen Arbeitnehmer im 1. Generalstreik der neuen Republik gegen Preissteigerung bei gleichzeitigem Lohnstopp. “schon damals bezogen die Arbeitgeber ihren “Herr im Haus – Standpunkt” “, so Salberg.

    “In den 60er Jahren waren bereits Automatisierung mit darauf folgender Rationalisierung, aber auch Bildungsnotstand, Notstandsgesetze und Vietnamkrieg dominierende Themen. Ab Mitte der 70er Jahre besserte sich das soziale Klima, sicherlich hatte Willi Brandt einen Anteil daran. Die Gewerkschaften hatten immensen Zulauf. Erkämpft wurde z.B. das 13. Monatsgehalt und  die Verlängerung des Urlaubs.

    Als dann auch noch die IG Druck und Papier für Arbeitszeitverkürzung streikte, reagierten die Arbeitgeber – erstmals – mit Aussperrung. Trotz aller Widrigkeiten ging der Kampf der Arbeiter weiter bis zur Tarifierung der 35-Stunden Woche.“

    Salberg ging in ihrer Rede auf weitere Kämpfe der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen auch im öffentlichen Dienst, im Gesundheitswesen, bei Post und Telekom ein und stellte die Frage, was denn aus unserer Republik heute geworden sei.

    “Wir sind die Letzten im Vergleich der Nettolöhne in Alteuropa. Beim Zuwachs von Prekärbeschäftigung in Europa seien wir die Nummer eins. Dies gilt auch beim Zuwachs der Millionäre”. Der Unterschied zwischen Arm und Reich sei alarmierend und noch nie so krass wie zur Zeit. Irene Salberg forderte eine andere Steuerpolitik ein, wonach z.B. eine Wiederanwendung der Vermögenssteuer Deutschland gerechter machen würde.

    “Geld ist genug da, es ist nur falsch verteilt”, so Salberg.

    Sie stellte die Einhaltung des Grundgesetzes “alle Macht geht vom Volke aus” in Frage, z.B: bei der Einführung der Rente mit 67, der Einführung von Hartz 4, bei der Stützung maroder Banken mit über 50 Milliarden Euro. Hier wurde das Volk nicht gefragt.

    Salberg schwenkte in ihrem Referat über auf die Probleme in den Betrieben und Verwaltungen. Sie spricht von Arbeitsverdichtung, Burn out, Mobbing, Outsorcing, Tarifflucht. Auch die Angst vor Kündigung und Hartz 4 seien täglich präsent.

    “Je mehr Mitglieder wir sind, desto mehr wir kämpfen, desto mehr können wir erreichen” resümierte sie, rückblickend auf die gewerkschaftlichen Erfolge der letzten 70 Jahre.

    Sie fügte,  auf die derzeitige Situation kommend hinzu, dass es Menschenpflicht sei, sich der Flüchtlinge anzunehmen. Wenn man bedenkt, dass Deutschland die Nummer 3 der Weltrüstungsexporte ist, dann weiß man,  dass dies Kriege erzeugt und dies wiederum Flüchtlinge.

    “Also sollte unser Kampf auch in Zukunft der Abrüstung und den Kriegen gelten” so Salberg.

    Sie schloss ihr Referat mit  nochmaligem Dank an die Jubilare für ihre Treue zur Gewerkschaft und mit Bert Brecht “wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren”.

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    Bericht zur Jubilarehrung von mittelbayerische.de
    Bericht: Auf diese Mitglieder konnte ver.di bauen