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    ver.di setzt bundesweite Protestaktion für Entlastung und mehr …

    Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

    ver.di setzt bundesweite Protestaktion für Entlastung und mehr Personal in den Krankenhäusern fort.

    Beschäftigte und Auszubildende des St. Anna Krankenhauses fordern von der Politik eine gesetzliche Personalbemessung und somit bessere Rahmenbedingungen in den deutschen Krankenhäusern

    Rund 30 Beschäftigte beteiligten sich an einer Protestkundgebung der Gewerkschaft ver.di. im Anschluss an die jährliche Jugend- und Auszubildendenversammlung. Sie fordern eine gesetzliche Personalbemessung und bessere Rahmenbedingungen für die Beschäftigten im Krankenhaus.

    Die Gewerkschaft ver.di begleitet die Zeit der Vorgespräche zur Regierungsbildung mit Protestaktionen, um der Forderung nach einer gesetzlichen Personalbemessung zur Chefsache der neuen Regierung zu machen.

    „Dass zwischen der Qualität der Patientenversorgung und der Belastungssituation des Personals ein enger Zusammenhang besteht, hat sich zwischenzeitlich herumgesprochen. Die Geduld der Beschäftigten hat ein Ende“, betonte Klaus Heyert, zuständig bei ver.di für das Gesundheitswesen in der Oberpfalz, „das machen wir durch unsere Aktionen deutlich. Die Personalausstattung darf sich nicht an betriebswirtschaftlichen Maßgaben orientieren, sondern am Pflegebedarf der Patienten und der Belastungssituation des Personals.“

    Protestaktion für Entlastung und mehr Personal in den Krankenhäusern ver.di Protestaktion für Entlastung und mehr Personal in den Krankenhäusern

    „Unsere Entschlossenheit ist bei Politik und Arbeitgebern angekommen“, so Klaus Heyert von der Gewerkschaft ver.di: „Die Misere in der Pflege ist endlich öffentliches Thema. Kein Politiker und kein Arbeitgeber kann die Personalnot in den Krankenhäusern noch ignorieren. Wir erwarten, dass die Wahlkampfversprechen zur Verbesserung der Arbeitsbelastung in den bundesdeutschen Krankenhäusern von einer zukünftigen Bundesregierung umgesetzt werden. Wir lassen nicht locker.“

    Die angespannte Personalsituation in vielen Krankenhäusern macht es Kolleginnen und Kollegen zunehmend schwieriger, Familie, Freizeit und Beruf sinnvoll unter einen Hut zu bringen, da eigentlich verbindliche Dienstpläne oft nicht eingehalten werden können.
    Diese Situation, zusammen mit der ständig wachsenden Arbeitsbelastung, macht die Arbeit in den Krankenhäusern und speziell in der Pflege für viele junge Menschen nicht gerade attraktiver.
    In vielen Krankenhäusern läuft der Betrieb nur deshalb relativ reibungslos, weil die Mitarbeiter aus Verantwortung gegenüber den Patienten und den Kolleginnen und Kollegen in ihren Teams die entstehenden Lücken durch „Einspringen“ auffangen.
    „Eine verbindliche personelle Ausstattung in allen deutschen Krankenhäusern und eine bessere und bedarfsgerechtere Finanzierung der bundesdeutschen Kliniken würde die Situation in den Krankenhäusern deutlich entspannen und die Arbeit in den Kliniken auch für die Zukunft wieder deutlich attraktiver machen“, so Stefan Christau, ver.di Sprecher und Personalratsvorsitzender.

    Bundesweit fehlen nach einer ver.di-Erhebung für eine sichere und gute Versorgung 162.000 Stellen in Krankenhäusern, allein 70.000 Stellen für Pflegefachkräfte.

    Ver.di fordert daher neben einer gesetzlichen Personalbemessung ein Sofortprogramm für die Krankenhäuser mit 20.000 zusätzlichen Stellen und der entsprechenden Finanzierung. Diese Vorgaben müssen zweckgebunden finanziert werden. Gelder der Versicherten, die für Personalstellen bestimmt sind, dürfen nicht für Baustellen zweckentfremdet werden. Mittel- bis langfristig müssen für alle Berufsgruppen im Krankenhaus verbindliche Personalvorgaben entwickelt werden.

    Zur Abhilfe der Misere fordert ver.di außerdem: „Keine Schicht allein“ und deutlich mehr Zeit für die Praxisanleitung der Auszubildenden in der Pflege.