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    AfD auf Trumps Spuren?

    Ortsverein Tirschenreuth

    AfD auf Trumps Spuren?

    ver.di Ortsverein Tirschenreuth schaut sich Parteiprogramm an

    Der freie Journalist und stellvertretende Ver.di Bezirksvorsitzende Stefan Dietl war der Referent zum Parteiprogramm der AfD bei der Ver.di Versammlung. Der fundierte Vortrag gab einen tiefen Einblick in Entstehung, Unterstützerszene und Ziele dieser Partei, die nach den letzten Umfragen künftig die Geschicke Deutschlands im Bundestag mit beeinflussen will.
    Der schlanke Staat

    Obwohl heute erkennbar ist, so der Referent, dass in den 90iger Jahren Entwicklungen zum schlanken Staat eingeleitet wurden, die bei Sicherheit, Sozialversicherung, Bildung und Investitionen erhebliche Lücken geschlagen haben, soll der Einfluss des Staates auf wesentlichen Feldern noch weiter zurückgedrängt werden. So soll sich der Staat auf innere und äußere Sicherheit, Justiz, Auswärtige Beziehungen und Finanzverwaltung konzentrieren. Folge ist, dass auf breiter Front dereguliert werden soll. Dazu zählen auch das Arbeitsrecht und die Sozialversicherung. Außerdem soll die Bundesagentur für Arbeit aufgelöst und in ein kommunales Jobcenter münden. In der Steuerpolitik sollen Vermögens- und Erbschaftssteuer abgeschafft werden und auch die Gewerbesteuer ist in der Kritik. In Frage steht auch die Einheitsschule. Das Familienbild soll wieder dem klassischen Modell entsprechen. Dazu sind Umerziehungsprogramme in Kindergärten und Schulen vorgesehen, damit die Genderideologie wieder korrigiert werden kann.

    Umweltpolitisch vorgesehen ist auch eine Laufzeitverlängerung bei Atomkraftwerken und der menschengemachte Klimawandel wird als unbewiesen hingestellt. In weiten Teilen bewegt sich das Programm auf den Spuren von Trump.

    Lebhaft diskutierten die Teilnehmer auch das Familienbild. Das Bekenntnis zur traditionellen Familie und einem falsch verstandenen Feminismus, der einseitig Frauen im Erwerbsleben schätze runden das Bild einer Rolle rückwärts ab. Vorsitzender Fritz Rüth brachte neben dem Dank an den Referenten besonders seine Hoffnung zum Ausdruck, dass sich die Wählerinnen und Wähler mit allen Parteiprogrammen auseinandersetzen bevor sie ihre Stimme abgeben. Der Ortsverein will insofern weiter für Aufklärung sorgen. Anhaltspunkte bieten die Anforderungen der Gewerkschaften zur Bundestagswahl.