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    Schicksal Altersarmut? Raum Regensburg besonders bedroht - Risiken …

    Rente und Soziales

    Schicksal Altersarmut? Raum Regensburg besonders bedroht - Risiken bekämpfen!

    Pressemitteilung des Armutsforums Regensburg

     
    Bei einer gemeinsamen Veranstaltung des Armutsforums Regensburg mit attac, ver.di, den Sozialen Initiativen, pax christi und dem PARITÄTISCHEN konnte die Sprecherin des Armutsforums Karin Praetori am 5. Juli im Gewerkschaftshaus neben dem Referenten Christian Woltering viele interessierte Besucher (sowohl Betroffene als auch Aktive von den beteiligten Veranstaltern) begrüßen. Prätori erinnerte bei der Begrüßung daran, dass es das Armutsforum war, das gegen anfänglich viele Widerstände mit Hilfe der Bevölkerung den „Stadtpass“ durchgesetzt hat. Ein seit nun bereits 2 Jahren laufendes Erfolgsmodell, das nun nach dem Willen des Armutsforums auch im Landkreis umgesetzt werden soll und bereits viele Gespräche mit politisch Verantwortlichen deshalb geführt wurden.

    Schicksal Altersarmut? ver.di Schicksal Altersarmut?  – Veranstaltung des Armutsforums Regensburg am 05.07.2017
    Schicksal Altersarmut? ver.di Schicksal Altersarmut?  – Veranstaltung des Armutsforums Regensburg am 05.07.2017
    Schicksal Altersarmut? ver.di Schicksal Altersarmut?  – Veranstaltung des Armutsforums Regensburg am 05.07.2017

     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    C. Woltering, Mitverfasser des Armutsberichts 2017 des PARITÄTISCHEN Gesamtverbandes, zeigte in seinem Referat eindrucksvoll auf, dass nicht nur der Reichtum sondern parallel die Armut seit vielen Jahren in Deutschland extrem zunimmt. Verantwortlich machte er dafür insbesondere die Politik in Deutschland. Während die Reichen entlastet wurden (z.B. durch Abschaffung der Vermögenssteuer, geringere Erbschaftssteuer durch Schlupflöcher für größere Vermögen und Firmen, geringere Besteuerung der Kapitaleinkünfte als der Einkünfte aus Arbeit) wurden die sozialen Leistungen gekürzt, die früher paritätisch finanzierte Sozialversicherung zu Lasten der Arbeitnehmer verändert und das Lohnniveau durch prekäre Beschäftigung, Leiharbeit usw. gedrückt.

    Als Folge steige die Armut und das Armutsrisiko in Deutschland, obwohl das BIP seit 2006 um mehr als 25 % auf über 3000 Mrd € gestiegen sei. Die Armutsschwelle in Deutschland lag 2015 z.B. bei 942 € für einen Singlehaushalt. Die Armutsquote für alle Menschen in Deutschland betrug 2015 15,7 %, 2006 waren es noch 14 %.

    Eine Gruppe tauche in den letzten Jahren verstärkt im Bereich der Armut auf, die Gruppe der Rentner und Pensionäre. 2006 lag die Armutsquote in dieser Gruppe noch bei 10,4 %, doch 2014 überstieg diese Gruppe mit 15,6 % erstmals des allgemeinen Durchschnitt. Tendenz dramatisch steigend.

    In Bayern ist diese Differenz noch wesentlich dramatischer. Während die allgemeine Armutsquote mit 11,6 % deutlich niedriger ist als im Bundesschnitt, liegt sie bei den RentnerInnen und Penionären mit 17,2 % sogar deutlich über dem Bundesschnitt.