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    Nach der Schlacht - Erzählungen aus Vietnam

    Ortsverein Sulzbach-Rosenberg

    Nach der Schlacht - Erzählungen aus Vietnam

    Lê Minh Khuê Veranstalter Lê Minh Khuê

    Wer sich aus erster Hand über eine fremde Kultur informieren will, kann dass entsprechende Land besuchen. Eine andere Möglichkeit ist, bei einer Buchlesung die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung von kompetenter Seite zu erfahren. Bei einer literaterischen Veranstaltung, bei der die Buchhandlung Volkert für das Ambiente und die Räumlichkeiten sorgte, lasen abwechselnd die vietnamesische Autorin und Journalistin Le Minh Khue in ihrer Landessprache und die Übersetzerin Marianne Ngo in Deutsch aus den Erzählungen „Eine kleine Tragödie“ und „Stürmische Zeiten“ vor.

    Solche Veranstaltungen und Kooperationen sind Teil von Gewerkschaftsarbeit, bekannte der Vorsitzende Manfred Weiß, der im Namen des verdi-Ortsvereins Sulzbach-Rosenberg, des DGB-Kreisverbandes Amberg-Sulzbach, des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in ver.di Regionalgruppe Ostbayern (VS) und der Freundschaftsgesellschaft Vietnam die Begrüßung vornahm. Man setze sich dafür ein, das Verständnis zwischen Vietnam und Deutschland, trotz unterschiedlicher Gesellschaftsverhältnisse, zu fördern, erläuterte der Vorsitzende der Freundschaftsgesellschaft Günter Giesenfeld. Neben der Durchführung von Reisen in das asisatische Land um Begegnungen zu pflegen und Informationsveranstaltungen, übersetze man Bücher ins Deutsche, initiere Buchlesungen, um über die Literatur in Vietnam während und nach dem Krieg zu informieren.

    Nach der Schlacht - Erzählungen aus Vietnam Manfred Weiß Nach der Schlacht - Erzählungen aus Vietnam  – Manfred Weiß (rechts, verdi Ortsvereinsvorsitzender ) mit den Gästen.


    Wer ein schwarz-weißes Bild vom Vietnam während des Krieges und für die Nachkriegszeit erwartet hatte, wurde enttäuscht. Denn die Schriftstellerin entwirft ein Bild, in dem positive, aber auch negative Schlaglichter sich abwechseln. So schilderte die Reporterin Thao in „Eine kleine Tragödie“, wie sich ihr Bild von ihrem Onkel Tuyen als bewunderter Kriegheld, der hohe Anerkennung genoss, wandelt, nachdem bekannt wurde, dass er für viele Tote und Verletzte verantwortlich war. Dies tat seiner Karriere nach dem Krieg aber keinen Abbruch, wie bei anderen Menschen auch. Ohne sich moralisch zu erheben, geht Le Minh Khue auf solches menschliche Verhalten ein und beschreibt, was ein Krieg aus Menschen machen kann und wie schwer es für den Einzelnen ist, sich zu entziehen. Auch nach dem Krieg bleibt keine Familie davon verschont. In diesem Fall bricht die soziale Fassade bei einer geplanten Hochzeit auseinander, die scheitert, nach dem ein Verbrechen in der Vergangenheit ins Bewusstsein der Familienmitglieder vordringt.

    Auch „Stürmische Zeiten“ beschreibt Handlungen während des und nach dem Krieg, der von machen als Bürgerkrieg bezeichnet wird, in Wirklichkeit aber ein Stellvertreterkrieg war. Während ein Halbbruder für Südvietnam, sprich die USA kämpfte, war der andere auf Seiten Nordvietnams. Um seine Mutter in einer familiären Auseinandersetzung zu rächen, sie hatte ein Auge dabei verloren, ließ der Halbbruder aus dem Süden seinen Bruder, der während des Krieges sein Gefangener war, ein Auge ausstechen. Nach dem Krieg drehte sich das ganze, und der Sohn aus dem Norden rächte sich und der Bruder aus Südvietnam wurde misshandelt. Der Autorin, die fast schon zu objektiv und kühl distanziert die Kriegshandlungen beider Seiten beschreibt und kaum Emotionen erkennen lässt, geht es in den beiden Erzählungen, die romanhaft wirken, um Aufarbeitung und Versöhnung zwischen den beiden früheren Landesteilen. Deutlich wird auch, dass dies bis heute nicht abgeschlossen ist und wahrscheinlich noch viele Jahre ins Land gehen werden. Dies wurde in der Diskussion nochmals bekräftigt


    Le Minh Khue, Nach der Schlacht,
    Argument Verlag 2017, Hamburg, ISBN 978-3-86754-215-9, Übersetzung ins Deutsche Günter Giesenfeld, Marianne und Aurora Ngo, Preis 12 Euro.

    Freundschaftsgesellschaft Vietnam
    Wer sich für Studienreisen nach Vietnam interessiert oder das Engagement der Freundschaftsgesellschaft unterstützen möchte, kann sich an folgende Adresse wenden: Freundschaftsgesellschaft Vietnam, Duisburger Str. 46, 20477 Düsseldorf (Tel. 0211-490 111 – Fax 0211-498 63 43) email: fg-vietnam.de wenden. Informationen bietet die Hompage www-fg-vietnam.de. Die Freundschaftsgesellschaft ist als gemeinnützig anerkannt. Spendenkonto: Postbank Köln (BLZ 370 100 50), Kontonummer: 0001160501.