Nachrichten

    Heute fällt kein Schuss in Grafenwöhr

    Bund und Länder

    Heute fällt kein Schuss in Grafenwöhr

    Zivilbeschäftigte des US-amerikanischen Truppenübungsplatzes Grafenwöhr legten heute die Arbeit nieder und brachten somit den Betrieb der Schießbahnen 201, 301 und 307 für mehrere Stunden zum Erliegen. Eine ursprünglich angesetzte Übung eines Drittnutzers wurde verlegt.
     
    Bereits am Freitag hatten sich Beschäftigte in Grafenwöhr über das unzureichende Arbeitgeberangebot in der laufenden Tarifrunde empört. „Die Arbeitgeberseite hat bisher ihren wertschätzenden Worten für die Arbeit der Zivilbeschäftigten leider keine Taten folgen lassen – die Enttäuschung ist daher groß“, sagte Bezirksgeschäftsführer Alexander Gröbner.

    MdB Uli Grötsch informierte sich bei einem Treffen mit Vertrauensleuten der Gewerkschaft ver.di über die gestiegene Arbeitsintensität und die Zukunftsangst der Beschäftigten angesichts ungewisser Planungen. Zur Verunsicherung trug auch die erst kürzlich erfolgte Stillegung des Projektes „European Activity Set“ am Standort Grafenwöhr bei, die mehr als 30 Beschäftigte betraf.

    „Wir erwarten, dass sich die US-Streitkräfte ihrer sozialen Verantwortung wieder bewusst werden“, betonte MdB Ulrich Grötsch. „Hierzu gehört auch, bereits frühzeitig individuelle Fördermaßnahmen und Qualifizierungshilfen nach dem Vorbild von Rheinland-Pfalz anzufordern, wo dies notwendig wird.“

    Die Gewerkschaft ver.di fordert für die Beschäftigten eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 4,8 Prozent zum 1. September 2016. Die Vertreter der Arbeitgeberseite haben in der zweiten Verhandlungsrunde am 27./28. September ein Angebot von 1,2 für eine Laufzeit von 13 Monate vorgelegt, das von den Beschäftigten als unzureichend bewertet wird. Die Verhandlungen werden am 13./14. Oktober fortgesetzt.

    Kontakt