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    Rente muss zum Leben reichen

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    Rente muss zum Leben reichen

    Report (04/2016)
    Report (04/2016) ver.di Report (04/2016)  – Rente muss zum Leben reichen

     
    DGB und ver.di machen für ein höheres gesetzliches Rentenniveau mobil

    Wenn die Politik nicht handelt, sieht die Lage künftiger Rentner düster aus. Das Rentenniveau wird weiter sinken. Vielen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten droht Altersarmut - auch
    wenn sie ein Leben lang geschuftet haben. Deshalb haben ver.di und der DGB eine Kampagne gestartet, die zunächst bis zur Bundestagswahl 2017 konzipiert ist. Wenn nötig, soll die Kampagne auch nach der Wahl fortgesetzt werden.


    „Das Konzept, das Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) nun vorgelegt hat, ist für ver.di ein Schritt in die richtige Richtung. „Aber es reicht nicht aus“, sagt ver.di-Vorstandsmitglied Andreas Scheidt. Hinzu kommt: Längst ist noch nicht geklärt, ob die Pläne der Arbeitsministerin überhaupt Gesetz werden.

    Was will ver.di? Die Talfahrt des Rentenniveaus muss gestoppt, das gesetzliche Rentenniveau stabilisiert werden. „Nach jahrelanger Arbeit muss die Rente reichen, um ein anständiges Leben führen und in Würde altern zu können“, betont Scheidt. Und er fügt hinzu: „Es ist unwürdig und den Menschen nicht zuzumuten, dass sie nach einem harten und langen Arbeitsleben infolge von Niedriglöhnen Grundsicherung beantragen müssen.“ Deshalb sollen Zeiten im Niedriglohnbezug, Zeiten der Arbeitslosigkeit oder Zeiten prekärer Selbstständigkeit bei der Rentenberechnung aufgewertet werden. Damit würde besonders vielen Frauen, Arbeitslosen und Menschen mit geringen Löhnen geholfen.

    Aber es geht nicht nur um die Rentenpolitik. Es braucht in Zukunft auch gute Lohnabschlüsse, um das Rentenniveau zu sichern. Denn wenn die Beschäftigten mehr Geld bekommen, steigen die Einnahmen der Rentenversicherungsträger. Zudem ist die Rentenhöhe an die Lohnentwicklung gekoppelt. Steigen die Einkommen der Beschäftigten, steigen somit auch die Renten. Gleichzeitig will ver.di noch vehementer als bisher prekäre Arbeitsverhältnisse eingedämmt wissen: Werkverträge, sachgrundlose Befristungen und vor allem Minijobs. Generell muss der Niedriglohnsektor aufgewertet werden, damit die Kolleginnen und Kollegen überhaupt eine Chance haben, Rentenversicherungspunkte anzusammeln. „Niemand will angewiesen sein auf eine Zuschussrente, die einem Almosen gleichkommt“, sagt Scheidt – „und das nach einem langen und harten Berufsleben.“ [...]

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    Dieses und weitere Themen
    im aktuellen Report (04/2016)