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    Stimmt, bestimmt, mitbestimmt!

    Besondere Dienstleistungen

    Stimmt, bestimmt, mitbestimmt!

    die besonderen (02/2016)
    die besonderen (02/2016) ver.di die besonderen (02/2016)  – Stimmt, bestimmt, mitbestimmt!

     
    Harte Zeiten für betriebliche Mitbestimmung

    Editorial | Danke Kollegin! Danke Kollege!

    Tausende ver.di-Mitglieder engagieren sich täglich in ihren Betrieben und Dienststellen als Betriebsrät*innen, Personal rät*innen, JAV’en, Schwerbehindertenvertreter*innen oder als Aufsichtsräte. Ehrenamtlich. Dafür sagen wir an dieser Stelle: Danke, danke, danke. Wir alle brauchen Euch!

    Warum? Es ist kein Job wie jeder andere. Die meisten von Euch übernehmen dieses Ehrenamt neben dem Hauptberuf. Wenige werden dafür freigestellt und hätten eine Garantie, dass sie auf ihre alte Stelle zurück könnten, wenn sie nicht mehr als Interessensvertreter*in gewählt werden (wollen). Viele von Euch haben deshalb ständig Ärger mit Vorgesetzten und manchmal auch den direkten Kolleg*innen, weil Ihr doch „dauernd weg seid“. Aber wo seid Ihr? Ihr verhandelt tagtäglich über Einstellungen, Entlassungen, Dienstpläne, Abmahnungen, Urlaubsregelungen, Beurteilungswesen, Arbeitsschutz, Personalplanung, Investitionen des Unternehmens, Sozialpläne und Interessensausgleiche, um nur Einiges zu nennen. Das macht Ihr freiwillig. Für alle Beschäftigten, natürlich auch die, die nicht gewerkschaftlich organisiert sind.

    Ihr redet mit. Ihr bestimmt mit. Ihr übernehmt Verantwortung. Leider gibt es immer mehr findige Arbeitgebervertreter, die die Mitbestimmungsrechte unterlaufen wollen, denen es offensichtlich lästig ist, dass die „Belegschaften“ mitreden wollen. Das gilt es zu verhindern. Was aber genauso schwer wiegt ist, dass die Beschäftigten selbst nicht mehr erkennen, wie wertvoll die Arbeit der Interessenvertreter*in ist und wie es wohl am eigenen Arbeitsplatz aussehen würde, hätte man z. B. keine Betriebsräte. Das Interesse mitzumachen geht zurück, das sollen immer andere machen. Das Interesse wählen zu gehen, gleich mit. Aber so funktioniert Demokratie nicht. Wer das Recht hat mitzureden und mitzuentscheiden, kann sich glücklich schätzen, da er oder sie mitgestalten kann. Wer sein Recht wählen zu gehen nicht nutzt, egal ob im Betrieb oder bei politischen Wahlen, der darf auch nicht erwarten, dass sich irgendetwas in seinem Sinne verändert. Und wer aus Protest am Ende die Falschen wählt, die immer nur empört sind, aber keine Lösungen präsentieren, dem ist auch nicht zu helfen. Das wird möglicherweise schief gehen: Denn nur die dümmsten Kälber, wählen ihre Metzger selber.

    Ute Kittel