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    Der Kampf hat sich gelohnt

    Ortsverein Cham

    Der Kampf hat sich gelohnt

    ver.di Ortsverein Cham ehrt langjährige Mitglieder am 28.10.2017

    Wie alle Jahre im Oktober konnte Leo Knabe der Vorsitzende des Ortsvereins der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) am vergangenen Samstag im Langhaussaal in Cham langjährige Mitglieder seiner Gewerkschaft begrüßen. Als Vertreterin des Landrates konnte er Frau Dr. Etti willkommen heißen, die sich in ihrem Grußwort von einem kürzlich durchgeführten Streik in einem kirchlichen Krankenhaus beeindruckt zeigte, bei dem sich das Pflegepersonal für mehr MitarbeiterInnen und bessere Arbeitsbedingungen eingesetzt hatte. Ihrer Meinung nach könne man das Engagement der Pflekräfte in der Alten-, Kranken- und Behindertenpflege nicht hoch genug bewerten. Als Laudator hatte der Ortsverein den Landesfachbereichsleiter des Fachbereiches 10 (Postdienste, Speditionen und Logistik) Anton Hirtreiter gewinnen können. Dieser dankte den KollegInnen für ihre 25, 40, 50, 60, 65 und 70 jährige Treue zu ihrer Gewerkschaft und für ihr Engagement, „ohne das wir heute nicht da stünden, wo wir stehen“. Exemplarisch erwähnte er die 38,5 Stundenwoche, meist 30 Urlaubstage, Weihnachts- und Urlaubsgeld und den Mindestlohn, vor dessen Einführung manche den Untergang der deutschen Wirtschaft vorhergesagt hätten. „Der Kampf hat sich gelohnt“ aber man müsse angesichts verschiedener Forderungen einiger „Jamaika-Verhandler“ aufpassen, dass die Entwicklung nicht zurückgedreht werde und „unsere Kinder und Enkel nicht noch einmal um das kämpfen müssen, was wir schon erreicht haben“. Hart ins Gericht ging Hirtreiter mit den Regierenden, die offensichtlich keine Probleme damit hatten 650 Milliarden Euro für die Rettung von Banken auszugeben aber jetzt in Bayern z.B. nicht einmal bereit seien 1 Million für eine Auffanggesellschaft für die Air-berlin Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen. Für die Pflege forderte er mehr Leute und eine bessere Bezahlung, die Löhne in diesem Bereich müssten massiv erhöht werden, es sei ein Unding, dass jemand, der an Maschinen oder Motoren arbeite ein Vielfaches von dem verdiene, was jene bekommen, die mit Menschen arbeiten. Es sei auch nicht hinnehmbar, dass Menschen, die 40 Jahre lang gebuckelt und hart gearbeitet haben 1000 Euro Rente oder noch weniger erhalten und in immer mehr Städten keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden. Gute Arbeit und gutes Leben seien kein Privileg, sondern ein Menschenrecht und ohne (soziale) Gerechtigkeit gebe es auch keinen Frieden. Hirtreiter forderte seine Gewerkschafts-KollegInnen auf, in ihrem Engagement nicht nachzulassen; es gelte, die Kampagne „Rente muss für ein gutes Leben reichen“ fortzusetzen, den Mindestlohn zu verteidigen und vieles mehr. Abschließend mahnte er: „Wenn die Jamaika-Koalition kommt, müssen wir uns auf die Hinterfüße stellen.“

    Im Anschluss an das Referat überreichte Gewerkschaftssekretär Udo Hartl aus Regensburg den Gewerkschaftsjubilaren Urkunden, Ehrennadeln und Weinpräsente bzw. Geschenkkörbe. Danach waren alle Beteiligten zu einem Buffet eingeladen. Die Veranstaltung wurde von Oliver Hien (Geige) und Hubert Bauer (Klavier) musikalisch begleitet.

    Geehrt wurden:

    • für 25 Jahre Mitgliedschaft: Peter Filimon, Elisabeth Schrödl und Maria Tischner
    • für 40 Jahre Mitgliedschaft: Norbert Faderl, Michael Nachreiner, Agnes Schichtl, Georg Schmid und Heinrich Vogl
    • für 50 Jahre Mitgliedschaft: Eduard Hochmuth, Edgar Schiedermeier und Hans Heinrich Schlüter
    • für 60 Jahre Mitgliedschaft: Josef Danzer und Renate Lang(die aus persönlichen Gründen kurzfristig abgesagt hatte)
    • für 65 Jahre Mitgliedschaft: Friedrich Sporer
    • für 70 Jahre Mitgliedschaft: Reinhold Lang und Egon Schollerer (beide konnten aus persönlichen Gründen nicht an der Feierstunde teilnehmen)