Nachrichten

    Rettet den Hochofen und die Hochofen-Plaza

    FB 08: Ortsverein Amberg-Sulzbach - die KULTURGewerkschaft

    Rettet den Hochofen und die Hochofen-Plaza

    Der letzte Hochofen der Maxhütte erinnert nicht nur an fast 150 Jahre Eisen- und Stahlerzeugung in diesem 2002 endgültig stillgelegten Werk, sondern stellt auch ein eindrucksvolles Denkmal der Industrie- und Arbeiterkultur in der Oberpfalz dar – aus diesem Grund interessierte sich der für den Fachbereich Medien der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in Niederbayern/Oberpfalz zuständige Gewerkschaftssekretär Pascal Attenkofer für die derzeit laufende Unterschriftenkampagne „Rettet den Hochofen und die Hochofen-Plaza“ der Interessengemeinschaft „Freunde Rosenbergs“.

    Im Gespräch mit Martin Franitza von der Redaktion „Rosenbladl“ und Sepp Lösch von der IG Freunde Rosenbergs teilte Attenkofer die Einschätzung, dass sich jetzt mit dem Erhalt des Hochofens die wohl letzte Chance bietet, den nachfolgenden Generationen ein Stück Industriekultur zu bewahren und  ein Denkmal von einzigartigem Alleinstellungswert in ganz Bayern zu sichern. Bei Umsetzung eines Museumskonzepts müsse natürlich auch dem Kapitel Arbeiterkultur und dem bundesweit beispiellosen Kampf der Maxhütte-Beschäftigten um ihre Arbeitsplätze und um den Stahlstandort  gebührender Rang zugewiesen werden.
    Längst erfolgreich auf den Weg gebrachte Modelle mit alten Hüttenwerks-Denkmälern in anderen Bundesländern lieferten den Beweis, dass die Kombination von Industriedenkmal und Museum mit Kultur und Freizeit mittelfristig auch beachtliches wirtschaftliches Potenzial erschließen kann. Solches Kapital dürfe eine nachhaltig angelegte Politik zur Förderung der einstigen Stahlregion und des ländlichen Raumes nicht ungenutzt liegen lassen.

    Rettet den Hochofen und die Hochofen-Plaza ver.di Rettet den Hochofen und die Hochofen-Plaza

    Sepp Lösch merkte bei dem Gespräch mit Attenkofer und dem örtlichen Vorsitzenden des ver.di-Fachbereichs Medien, Manfred Weiß, an, dass die über 15 Jahre seit Werksschließung zu beobachtende Untätigkeit schon an sträfliche Vernachlässigung eines wertvollen kulturellen Erbes grenze. „Will man wirklich allen Ernstes zuwarten, bis beim Hochofen der Zustand der Einsturzgefährdung erreicht ist und dann mit der Abrissbirne auffahren?“ Die maßgebliche Rolle, die der Maxhütte schon im 19. Jahrhundert bei der Industrialisierung ganz Bayerns zufiel, und die Lebensleistung vieler Generationen von Maxhüttenarbeitern müssten es eigentlich wert sein, dass dieses Thema auf landespolitischer Ebene zur Chefsache gemacht wird, so der Sprecher der IG „Freunde Rosenbergs“. Auf entsprechende Signale aus München warte man bisher vergeblich.

    Offenbar habe man bis dato auch nicht erkannt, welche Möglichkeiten sich bieten, mit dem Potenzial der ganzen einstigen Schwerindustrie-Region Oberpfalz und vor dem geschichtlichen Hintergrund „Ruhrgebiet des Mittelalters“ ein Kombipaket der Industriekultur mit hohem Freizeitwert und entsprechender touristischer Anziehungskraft zu schnüren. Die strukturelle Achse dafür sei vom Haus der bayerischen Geschichte und der Uni Regensburg über Maxhütte-Haidhof als Ur-Standort der Maxhütte, das einstige Braunkohle-Revier Wackersdorf, das Industrie- und Bergbaumuseum Theuern, das Hochofendenkmal und den Förderturm der Eisenerzgrube St. Anna in Sulzbach-Rosenberg bis hinauf zu den Maffei-Schächten in Auerbach schon vorgegeben.

    Die Zahl der bereits für die Rettung des Hochofens gesammelten Unterschriften geht mittlerweile in die Tausende, Unterstützer-Listen kamen unter anderem auch von Beschäftigten und Arbeitnehmervertretern der Deutschen Edelstahlwerke Krefeld, Salzgitter-Mannesmann Grobblech, IG Metall-Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen und Saarstahl Völklingen. Auch ver.di Niederbayern-Oberpfalz, so versicherte Gewerkschaftssekretär Pascal Attenkofer, werde nun aktiv diese Kampagne unterstützen.