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    Seniorinnen und Senioren: Arbeiten ohne Ende

    Seniorinnen und Senioren

    Seniorinnen und Senioren: Arbeiten ohne Ende

    Arbeiten ohne Ende ver.di Arbeiten ohne Ende  – Kollege Robert Günthner

    Die Regensburger ver.di Seniorengruppe konnte für ihre Mitgliederversammlung am Donnerstag den 20.Juli den Kollegen Robert Günthner  als Referenten gewinnen. Kollege Günthner ist Leiter der Abteilung Grundsatz und Politische Planung beim DGB in Bayern und ausgewiesener Experte für viele gewerkschaftspolitische Fragestellungen.

    Es ging in dem Vortrag im Wesentlichen um die zu beobachtende Verdichtung und Entgrenzung der Arbeit. Die damit Verbundene Diskussion um die Arbeitszeit sei schon immer aktuell. Gut in Erinnerung sei noch die DGB Forderung aus dem Jahr 1956: „ Samstags gehört Vati mir.“ Gerade die dauernde Auseinandersetzungen um die Arbeitszeit sei laut Günthner der Punkt, an dem der Interessengegensatz zwischen Arbeit und Kapital besonders deutlich werde.

    Im Laufe der letzten Jahrzehnte habe sich Gravierendes verändert. Die Trennlinie zwischen Arbeit und Freizeit sei immer fließender geworden. Gut zu beobachten im Zug morgens auf dem Weg zur Arbeit oder Abends auf dem Heimweg: Die Leute sitzen an ihren Laptops und erledigen Dienstliches. Die Arbeitgeber würden immer mehr Flexibilität verlangen. Der 8 Stunden Tag oder die 5 Tagewoche verliere zunehmend an Bedeutung. Die Arbeitgeber streben einen umfassenden Zugriff auf die Arbeitszeit an, am besten 24 Stunden am Tag verfügbar sein. Durch die Globalisierung und das Arbeiten in einer weltmarktorientierten Industrie werde das Ganze noch zusätzlich befeuert.

    Die Entgrenzung der Arbeitszeit führe nachweisbar zu einem Anstieg der psychischen Erkrankungen. Umfragen würden ergeben, dass 80 % aller Erwerbstätigen sich wieder eine planbarere Arbeitszeit unter Beachtung der Vorschriften des Arbeitszeitgesetzes wünschen. Dann hätte man auch wieder mehr Zeit für Ehrenämter, Sportvereine, Feuerwehr o.ä.

    Robert Günther regte an, die Gewerkschaften sollten sich in ihrem Bemühen um planbarere Arbeitszeiten mehr Verbündete über die betriebliche Ebene hinaus suchen, z.B. Kirchen oder Sozialverbände. Im Übrigen könnte den Politikern und Wirtschaftsführern auch ein gelegentlicher Blick in die bayerische Verfassung nicht schaden. Dort steht unter Art. 167:

    • (1) Die menschliche Arbeitskraft ist als wertvollstes wirtschaftliches Gut eines Volkes gegen Ausbeutung Betriebsgefahren und sonstige gesundheitliche Schädigungen geschützt.
    • (2) Ausbeutung, die gesundheitliche Schäden nach sich zieht, ist als Körperverletzung strafbar.
    • (3) Die Verletzung von Bestimmungen zum Schutz gegen Gefahren und gesundheitliche Schädigungen in Betrieben wird bestraft.