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    Seniorinnen und Senioren

    Tiefer Einblick in das Wahlergebnis - AfD profitiert von bisherigen Nichtwählern

    Seniorenversammlung in Altenstadt zur Bundestagswahl ver.di Seniorenversammlung in Altenstadt zur Bundestagswahl

    Zur Herbstversammlung hatten die ver.di Senioren diesmal nach Altenstadt geladen. Thema war der Ausgang der Bundestagswahl. Als intensiven Beobachter der Entwicklung gab der Sozialwissenschaftler Michael Wendl einen tiefen Einblick in die Verteilung der Stimmen und der damit verbundenen Auswirkungen auf die Parteien. Besonders die kleineren Parteien haben zusätzlich Stimmen aus dem Block der „Nichtwähler“ gewinnen können. Im Einzelnen haben von den 61,68 Mio. Wahlberechtigten 46,51 Mio. gültig gewählt. Davon haben 12,45 Mio. die CDU, 2,87 Mio. die CSU, 9,54 Mio. die SPD, 4,3 Mio. die Linke, 4,16 Mio. Grüne, 5,0 Mio. FDP und 5,88 Mio. die AfD gewählt. Gegenüber 2013 hat die CDU 2,48 Mio. Wähler verloren, die CSU 0,37 Mio., die SPD 1,71 Mio. Die Übrigen haben hinzugewonnen.

    Seniorenversammlung in Altenstadt zur Bundestagswahl ver.di Seniorenversammlung in Altenstadt zur Bundestagswahl

    Bei der sog. Wählerwanderung verlieren die Unionsparteien stark an AfD und FDP, die SPD gibt an Grüne, Linke, FDP und AfD und die Linke verliert an AfD und SPD.

    Ein weiteres Kapitel befasste sich mit den Wählerstrukturen. Dazu gehören sowohl Erkenntnisse über die Berufszugehörigkeit und das Milieu als auch der Umstand aus Protest eine Entscheidung gefällt zu haben.
    Was wollen Wähler? Die Meinungsumfragen zeichnen hier ein klares Bild. Es geht, so Wendl, um die soziale Ungleichheit, die Zukunft der Renten, zu niedrigen Mindestlohn. Auch der Unmut über die etablierten Parteien schlägt sich nieder. Im Letzteren sieht er einen internationalen Trend was in Frankreich, Italien, Österreich aber auch den USA zu beobachten ist. Deshalb wird es nicht genügen nach rechts zu rücken. Insofern ist die Regierungsbildung sicher spannend.

    Die lange Diskussion zeigte wie stark auch die Seniorinnen und Senioren die Wahl beschäftigt hat und noch beschäftigt. Fazit war, dass Demokratie nicht am Wahltag erledigt ist sondern eine immer währende Beteiligung erfordert.Ver.di Sprecher Manfred Haberzeth will genau diese Anforderung erfüllen. Das zeigt auch die Themenauswahl vor der Wahl und schlägt sich auch in den Beratungen für 2018 nieder.