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    Internationaler Frauentag 2018: Reinigung im öffentlichen Dienst …

    Internationaler Frauentag 2018

    Internationaler Frauentag 2018: Reinigung im öffentlichen Dienst - Wir sind es wert!

    Auch 2018 ist die Reinigung überwiegend weiblich. Daher wollen wir den internationalen Frauentag zum Anlass nehmen, um die Kolleginnen aus der Reinigung im öffentlichen Dienst in den Mittelpunkt zu stellen.

    Die Herausforderungen als Reinigungskraft

    Sie kommen, wenn alle anderen noch nicht da oder schon wieder weg sind. Sie sind mit den Überresten eines hektischen Schultages konfrontiert und sorgen dafür, dass Kinder in den Kitas auch am nächsten Tag wieder unbesorgt am Boden spielen und Bürgerinnen und Bürger auch bei nasskaltem Wetter ihre Anliegen in einer sauberen Umgebung vorbringen können. Sie kennen Reinigungsmittel, Bodenbeschaffenheit, Zeitmanagement und gegenseitigen Zusammenhalt.

    Reinigungskräfte - Wir sind es wert!

    Die ver.di-Forderung nach einem Mindestbetrag wird von den Reinigungskräften breit geteilt. Denn sie befinden sich in den unteren Einkommensgruppen und arbeiten dabei auch noch fast ausschließlich in Teilzeit. Unsere Kolleginnen sind daher entsetzt über die Reaktion der Arbeitgeber bei der ersten Verhandlungsrunde zum Thema Mindestbetrag: Diese Forderung setze „falsche Prioritäten“. Ist das die Wertschätzung für ihr tägliches Engagement? Die Reinigungskräfte hoffen, dass dieser Eindruck bei der nächsten Verhandlungsrunde am 12./13. März korrigiert wird.

    Daneben verfolgen die Kolleginnen auch mit großer Spannung die derzeitigen Verhandlungen zum bayerischen Lohngruppenverzeichnis, bei denen die grundsätzliche Eingruppierung aus verschiedenen handwerklichen Berufen wie der Innenreinigung, Straßenreinigung, Müllentsorgung, Wasserversorgung oder dem Grünflächenunterhalt mit den Arbeitgebern verhandelt werden. Bisher lehnten die Arbeitgeber eine Aufwertung ab, während ver.di auch hier Handlungsbedarf

     
    Aufruf des DGB zum Internationalen Frauentag 2018

    Liebe Kolleginnen,
    in diesem Jahr feiern wir 100 Jahre Frauenwahlrecht! Es war der Rat der Volksbeauftragten, der während der Novemberrevolution von 1918 ein Gesetz erließ, mit dem Frauen in Deutschland erstmals das aktive und passive Wahlrecht erhielten. Lange musste die Arbeiterinnenbewegung dafür kämpfen.

    In 1949 fand dieser historisch bedeutsame Durchbruch für die Gleichberechtigung seinen Niederschlag im Grundgesetz. „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“, heißt es dort in Artikel 3. Nach der in zähem Ringen erkämpften rechtlichen Gleichstellung gilt es seit dem, auch die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft durchzusetzen. Und wiederholt zeigt sich: Frauen brauchen bei allem, was sie fordern, einen langen Atem und verlässliche Verbündete.

    Die erstrittenen Erfolge machen uns Mut und geben uns Kraft für aktuelle Herausforderungen: 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts ist das deutsche Parlament so männlich wie seit zwanzig Jahren nicht mehr. Nur ein Drittel der Abgeordneten sind Frauen. Und Rechtspopulisten, mit ihrem rückständigen Frauenbild und ihren Familienvorstellungen von gestern, wollen Frauen wieder in enge Schranken weisen. Zugleich werden frauendominierte Berufe immer noch schlechter bezahlt, stehen Frauen vor ungelösten Arbeitszeitproblemen, haben geringere Karrierechancen und zum Schluss eine kleinere Rente als Männer.

    Darum verteidigen der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften, was unsere Vorkämpferinnen erreicht haben und treiben voran, wofür sie den Grundstein legten: Das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben in wirtschaftlicher Unabhängigkeit auch für Frauen!

    Wir erwarten von der neuen Bundregierung, dass sie sich zu diesem Ziel bekennt und alles daran setzt, die Arbeitszeitlücke, die Entgeltlücke und die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern endlich zu schließen.

    Lasst uns gemeinsam weiterkämpfen – für eine bessere Zukunft!