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    ver.di setzt bundesweite Protestaktion für Entlastung und mehr …

    Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

    ver.di setzt bundesweite Protestaktion für Entlastung und mehr Personal in den Krankenhäusern fort.

    Beschäftigte der Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz (medbo) fordern „Bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege“

    Rund 50 Beschäftigte beteiligten sich an einer Protestkundgebung der Gewerkschaft ver.di. Sie fordern Arbeitsentlastung und eine gesetzliche Personalbemessung im Krankenhaus.

    Die Gewerkschaft ver.di begleitet die Konstituierung des Bundestages und die laufenden Koalitionsverhandlungen mit Protestaktionen, um die Forderung nach einer gesetzlichen Personalbemessung lautstark gegenüber der kommenden Bundesregierung zu thematisieren.

    „Das zwischen der Qualität der Patientenversorgung und der Belastungssituation des Personals ein enger Zusammenhang besteht, hat sich zwischenzeitlich herumgesprochen. Die Geduld der Beschäftigten hat ein Ende“, betonte Klaus Heyert, zuständig bei ver.di für das Gesundheitswesen in der Oberpfalz, „das machen wir durch unsere Aktionen deutlich. Die Personalausstattung darf sich nicht an betriebswirtschaftlichen Maßgaben orientieren, sondern am Pflegebedarf der Patienten und der Belastungssituation des Personals.“

    „Unsere Entschlossenheit ist bei Politik und Arbeitgebern angekommen“, so Klaus Heyert von der Gewerkschaft ver.di: „Die Misere in der Pflege ist endlich öffentliches Thema. Kein Politiker und kein Arbeitgeber kann die Personalnot in den Krankenhäusern noch ignorieren. Wir erwarten, dass sich die Wahlkampfversprechen im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung wiederfinden und auch die Arbeitgeber ihrer Verantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz nachkommen. Wir lassen nicht locker.“

    „Die knappe personelle Situation führt ständig zu Änderungen des eigentlich verbindlichen Dienstplanes; planbare Freizeit in der Pflege ist daher sehr schwierig. Darunter leiden nicht nur soziale Kontakte, sondern auch die Gesundheit“, so Bruno Lehmeier, ver.di Sprecher bei der medbo und Personalrat.

    Es gibt in den somatischen Krankenhäusern keine gesetzlich geregelte Personalausstattung für die verschiedenen medizinischen Abteilungen. Wird jemand krank, dann wird versucht Ersatz aus dem „Frei“ zu holen. „Es kann nicht sein, dass die Beschäftigten tagtäglich Leidtragende dieser Situation werden. Es muss verbindliche Regeln für die Personalausstattungen in den Krankenhäusern geben, die dazu führen, dass der Beruf wieder attraktiver wird“, meint dazu Gerhard Heinz, Personalratsvorsitzender bei der medbo und ver.di Vertreter.

    Die Beschäftigten fühlen sich aus ihrem Berufsethos heraus verpflichtet, einzuspringen und auf ihre Pausen zu verzichten. „Wir wollen die Patientinnen und Patienten, vor allem aber auch ihre Kolleginnen und Kollegen nicht hängen lassen“, so ein Pflegekraft und weiter, „aber der Personalmangel kann nicht auf Dauer durch individuelles Engagement aufgefangen werden. Berufsflucht und Ausgebranntsein sind oft die Folgen dieses persönlichen Einsatzes.“

    Bundesweit fehlen nach einer ver.di-Erhebung für eine sichere und gute Versorgung 162.000 Stellen in Krankenhäusern, allein 70.000 Stellen für Pflegefachkräfte.

    Ver.di fordert daher neben einer gesetzlichen Personalbemessung ein Sofortprogramm für die Krankenhäuser mit 20000 zusätzlichen Stellen und der entsprechenden Finanzierung. Diese Mittel müssen zweckgebunden verwendet werden. Mittel- bis langfristig müssen für alle Berufsgruppen im Krankenhaus verbindliche Personalvorgaben entwickelt werden.

    Zur Abhilfe der Misere fordert ver.di außerdem: „Keine Schicht allein“ und deutlich mehr Zeit für die Praxisanleitung der Auszubildenden in der Pflege.

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