Nachrichten

    Warnstreikauftakt in der Oberpfalz am 07.04.2016

    Öffentlicher Dienst

    Warnstreikauftakt in der Oberpfalz am 07.04.2016

    Tarif- und Besoldungsrunde 2016 mit Bund und VKA

    „Wir freuen uns über die breite Beteiligung der Beschäftigten am heutigen Aktionstag. Das ist ein gelungener Warnstreikauftakt im ver.di Bezirk Oberpfalz!“ freut sich Alexander Gröbner (Geschäftsführer ver.di Bezirk Oberpfalz)
    Rund 270 Beschäftigte waren der Einladung von ver.di zur Aktiven Mittagspause am heutigen Donnerstag in Regensburg gefolgt. „Wir beginnen frühzeitig mit ersten Nadelstichen, damit den Arbeitgebern klar wird, dass sie mit der Geduld der Beschäftigten im öffentlichen Dienst spielen. Wir erwarten in der nächsten Verhandlungsrunde am Montag, den 11. April 2016 ein konkretes Verhandlungsangebot“ so Gröbner weiter.
     
    In ihren Beiträgen vor den versammelten Beschäftigten bei der MedBo sowie dem Alten Rathaus in Regensburg machten die Rednerinnen und Redner deutlich, dass die Forderung der Gewerkschaft ver.di von 6 % mehr Geld sowie 100 € monatlich mehr für Auszubildende mehr als gerechtfertigt seien. Darüber hinaus forderten sie unter großem Beifall die Abschaffung der sachgrundlosen Befristungen im öffentlichen Dienst sowie eine klare Beschäftigungsperspektive für Auszubildende nach abgeschlossener Berufsausbildung im Rahmen einer unbefristeten Übernahme.
     
    In seinem Grußwort betonte der Geschäftsführer der DGB Region Oberpfalz, Christian Dietl, vor den rund 150 Beschäftigten vor dem Alten Rathaus, dass die öffentliche Hand nicht nur in Straßen oder Gebäude sondern vor allem auch in Menschen investieren müsse. Gewerkschaftssekretärin Kathrin Birner und ver.di-Vertrauensleutesprecher Christoph Wagner-Neisinger brachten ihre Freude zum Ausdruck über die zahlreichen Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung Regensburg, welche dem 3-stündigen Warnstreikaufruf von ver.di gefolgt waren. Auch zahlreiche Kolleginnen und Kollegen u. a. des Jobcenters, des Wasser- und Schifffahrtsamts Regensburg sowie der REWAG begleiteten die Streikenden in ihrer Mittagspause solidarisch.
     
    „Wir haben davon abgesehen, an diesem ersten Aktionstag Dienststellen komplett zu schließen. Schließlich soll es nur ein Warnschuss gewesen sein. Jedoch waren beispielsweise im Recyclinghof Regensburg deutliche Behinderungen feststellbar. Beim nächsten Mal werden wir sicherlich weitere Dienststellen in den Warnstreik einbeziehen“ erläutert Bezirksgeschäftsführer Gröbner
    „Die Beschäftigten setzen sich auf jeden Fall klar gegen die von Seiten der kommunalen Arbeitgeber geplanten Einschnitte bzw. Leistungskürzungen bei der Betriebsrente (Zusatzversorgung) zur Wehr und wir werden täglich mehr!“ stellt Gröbner für die kommenden Wochen klar.
     
    Am 8. April 2016 wird ver.di in einer Funktionärskonferenz die ersten Eindrücke der Warnstreiks analysieren und weitere Konsequenzen für die bevorstehenden Verhandlungsrunden beraten.
     
    Hintergrundinformation:
     
    Die erste Verhandlungsrunde mit dem Bund und der Vereinigung Kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) am 21. März 2016 wurde ergebnislos vertagt. Ein Angebot zur Erhöhung der Entgelte der Beschäftigten legten die Arbeitgeber nicht vor. Mit Verweis auf die aktuelle finanzielle Belastung der öffentlichen Haushalte seien unsere Forderungen völlig überzogen. Gleichzeitig arbeiten die Arbeitgeber an Einschnitten bei der betrieblichen Altersversorgung. Konkret reden z. B. die kommunalen Arbeitgeber Leistungskürzungen das Wort.
     
    „Die Erfüllung der berechtigten Forderungen der Beschäftigten zu verweigern und stattdessen Einschnitte in der Altersversorgung zu verlangen ist Ausdruck von mangelnder Wertschätzung der guten Arbeit im öffentlichen Dienst. Dies gilt nicht nur für die Entgelte, sondern auch für die Perspektive von Auszubildenden und jungen Beschäftigten sowie für die finanzielle Absicherung nach dem Erwerbsleben.“ So Alexander Gröbner (Geschäftsführer ver.di Bezirk Oberpfalz)
     
     
    ver.di fordert in dieser Tarifrunde für ihre Mitglieder:
    *      Erhöhung der Entgelte um 6 Prozent,
    *      Erhöhung der Ausbildungsentgelte um 100 Euro
    (für Azubi und PraktikantInnen)
    *      Unbefristete Übernahme für Auszubildende nach erfolgreichem Abschluss
     
    Die Tarifverhandlungen werden am 11. April 2016 fortgesetzt. Der dritte Verhandlungstermin ist für den 28. April 2016 vorgesehen.