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    Öffentliche Arbeitgeber halten ihre Beschäftigen zum Narren

    Öffentlicher Dienst

    Öffentliche Arbeitgeber halten ihre Beschäftigen zum Narren

    Tarif- und Besoldungsrunde 2016 mit Bund und VKA

    ver.di Oberpfalz beschließt Streikplan

    Die ehrenamtlichen Streikleiterinnen und Streikleiter aus den Betrieben und Dienststellen des öffentlichen Dienstes im ver.di Bezirk Oberpfalz haben beschlossen, bis zum 3. Verhandlungstermin am 28./29. April 2016 zu kurzfristigen Aktionen und Warnstreiks aufzurufen. Die konkreten Streiktage und damit die Streikaufrufe werden relativ kurzfristig bekannt gegeben (siehe Sperrfristen).

    Arbeitgeber informieren Beschäftigte und Öffentlichkeit m. Halbwahrheiten
    Die Arbeitgeber haben versucht, ihre Beschäftigten und die Öffentlichkeit mit einem angeblichen 3 %-Angebot zu täuschen. In Wirklichkeit bleiben in zwei Jahren weniger als 1,5 % übrig. Hier die vollständige Berechnung:

    • 01.01.-31.05.2016: Nullmonate
      01.06.-31.12.2016: 1 %
      Das bedeutet 2016 einen Einkommenszuwachs von 0,58 % (1 % : 12 Monate x 7 Zahlmonate).

    • 01.01.-31.05.2017: Fortsetzung der Tabelle ab 01.06.2016
      01.06.-31.12.2017: 2 %
      Das bedeutet 2017 einen Einkommenszuwachs von 1,17 % (2 % : 12 Monate x 7 Zahlmonate).

    Das würde für zwei Jahre einen Einkommenszufluss von 1,75 % bedeuten.

    Beschäftigte sollen für Zusatzversorgung mit 0,4 % zur Kasse gebeten werden
    Die Arbeitgeber wollen, dass ihre Beschäftigten künftig 0,4 % in die betriebliche Alterskasse einzahlen. Angefangen werden soll ab 01.07.2016 mit 0,2 %. Ein Jahr später 0,3 % und wieder ein Jahr später dann die 0,4%. Dieser Eigenbeitrag mindert nochmal den rechnerischen Einkommens-zuwachs von 1,75 %.

    Völlig unverständlich ist bei diesem Thema, dass die kommunalen Arbeitgeber in Bayern erst 2013 ihre Umlage für die betriebliche Altersversorgung um 1 % gesenkt haben und sich nunmehr von den Arbeitnehmern 0,4 % holen wollen.

    Damit nicht genug. Die Arbeitgeber wollen auch noch die Hälfte der Mehrkosten für das Inkrafttreten der sogenannten Entgeltordnung, das ist die Eingruppierungsregelung, den Arbeitnehmern in Rechnung stellen. Wie viel das sein soll und auf welchem Weg sie das den Arbeitnehmern abziehen wollen, haben sie offen gelassen.

    Darauf kann es nur eine Antwort geben:

    Warnstreik


    Statements von Alexander Gröbner
    (Geschäftsführer ver.di Bezirk Oberpfalz):

    „Die Arbeitgeber haben sowohl die Öffentlichkeit aber auch ihre eigenen Beschäftigten mit Halbwahrheiten informiert. Sieht man genau hin, bleibt vom vermeintlichen 3%-Angebot nichts mehr übrig – im Gegenteil: Es bedeutet Reallohnverlust. Die Beschäftigten sind stinksauer angesichts dieser Situation und werden in den nächsten beiden Wochen ihre Aktivitäten deutlich ausbauen.“