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    Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit

    Gewerkschaft

    Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit

    „Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit ist das diesjährige Motto der 1. Mai-Feiern. Diese drei gewerkschaftlichen Eckpfeiler sind im 21. Jahrhundert aktueller denn je“ erklärt Alexander Gröbner (Geschäftsführer ver.di Bezirk Oberpfalz) in seinem Vortrag im Hotel Regenbogen am 1. Mai 2018 in Cham.

    Eingeladen hatte der Vorsitzende des DGB Kreisverband Cham, Werner Schwarzbach, welcher neben dem 3. Bürgermeister Josef Blaha und dessen Stadtratskollegen auch MdB Karl Holmeier weit über 50 Kolleginnen und Kollegen aus den DGB-Gewerkschaften begrüßen konnte. „Wir laden euch alle herzlich ein, mit uns gemeinsam für Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit sowie gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit einzutreten!“ so Schwarzbach in seiner Eröffnungsrede

    Tag der Arbeit 2018 in Cham ver.di Tag der Arbeit 2018 in Cham


    Solidarität
    sei in der heutigen Arbeitswelt häufig einem immer stärker werdenden Druck ausgesetzt. Arbeitgeber schicken sich dazu an, Betriebsratswahlen zu verhindern. Beschäftigte in prekären Arbeitsverhältnissen sind häufig so eingeschüchtert, dass sie ihre Rechte nicht in Anspruch nehmen. „Befristete Beschäftigungsverhältnisse bedeuten heutzutage eine verlängerte Probezeit, wo Arbeitgeber austesten, ob die Beschäftigten zu ihnen passen. Gleichzeitig erschweren sie jedoch z. B. die Gründung von Familien. Ohne festen Job keinen Kredit. Ohne Kredit kein Auto oder keine Wohnung. Ohne Wohnung keine Familie. Das ist ein Teufelskreis gegen den wir als Gewerkschaften antreten“ so Gröbner weiter.

    Trotz dieser Rahmenbedingungen hätte jedoch beispielsweise die Gewerkschaft ver.di in den letzten Wochen und Monaten in den Tarifrunden an Durchsetzungsstärke in den Dienststellen und Betrieben zugenommen. „Solidarität ist ein Schlüssel zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen!“ so Gröbner

    Vielfalt sei gerade für die Gewerkschaften ein Maßstab des Handelns. Jedoch gelte es z. B. die Gleichberechtigung von Mann und Frau in einer pluralistischen Gesellschaft aber jeden Tag aufs Neue zu verteidigen. „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“ zitiert Gröbner den Art. 3 Abs. 1 GG. „Egal welchen Glauben jemand hat, egal wo er oder sie herkommt, wie alt Mensch ist oder welchen Geschlechts. Wir kämpfen für die Rechte aller Menschen gleichermaßen, in den Dienststellen und Betrieben, in Tarifverträgen, in Politik und Gesellschaft“ erklärt Gröbner. Und es gebe noch viel zu tun. Das zeige z. B. auch, dass Frauen heute im Bundesvergleich immer noch rund 21% weniger verdienen für die gleiche Arbeit, wie Männer. In Bayern seien es sogar 24%.

    Und 100 Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland sei Gleichberechtigung an vielen Stellen immer noch nicht Realität!

    Das Stichwort Gerechtigkeit verbinde Gröbner sofort mit dem Thema der Verteilungsgerechtigkeit in der Bundesrepublik Deutschland. Zwar sei es angesichts von deutlichem Wirtschaftswachstum, sprudelnden Steuereinnahmen und annähernder statistischer Vollbeschäftigung heute anders, als noch vor 10 Jahren. Doch mangele es der Politik nach wie vor an dem Mut, für die künftigen Generationen Investitionen in die Infrastruktur zu finanzieren. Das Dogma der „schwarzen Null“ im Bundeshaushalt aber auch den Landeshaushalten stehe häufig einer nachhaltigen Finanzierung der Infrastruktur im Wege. „Heute wird das Thema Breitbandausbau jeden Tag in den Medien beleuchtet. Aber das Dilemma beginnt schon an ganz anderen Stellen: Straßenbau, Brückensanierungen, Universitäten, Schulen und Kitas sind deutlich unterfinanziert und mittlerweile landauf, landab vielfach in einem bedenklichen Zustand. Nicht zu vergessen die Unterfinanzierung der Krankenhauslandschaft und der bedenkliche Pflegenotstand in der Alten- und Krankenpflege. „Wir brauchen dringend die Aufwertung der Pflegeberufe in unserem Land. Und das gilt nicht zuletzt für eine deutliche Anhebung der Bezahlung in den Pflegeberufen!“ so Gröbner

    Gemeinsam und solidarisch gelte es nicht nur heute den 1. Mai zu feiern, vielmehr müssen sich die Gewerkschaften nachhaltig für eine Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen einsetzen, damit „gute Arbeit“ für Berufstätige und „gute Renten“ im Ruhestand Realität würden. „Wir kämpfen gemeinsam gegen Altersarmut und dafür, dass die gesetzliche Rente für ein gutes Leben reicht“ stellt Gröbner klar.