Bezirksvorstand

    Equal Pay Day 2014

    Equal Pay Day 2014

    Bezirksvorstand ver.di Oberpfalz

    Equal Pay Day - „Es bewegt sich nichts“

    Auch 2013 blieb der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern im Vergleich zu den Vorjahren unverändert. „Im Klartext: es bewegt sich nichts“, kritisierte die Frauensekretärin von ver.di Bayern, Bettina Messinger. Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich 22 % weniger als Männer, das sind in der Stunde 4,28 Euro weniger. Oder anders ausgedrückt: Frauen müssen rund 80 Tage im Jahr länger arbeiten, um auf den gleichen Lohn zu kommen. In Bayern ist der Lohnunterschied sogar noch höher, hier beträgt er stolze 25 %.

    Mit dem Aktionstag „Equal Pay Day“ machen die Frauen jedes Jahr auf die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern aufmerksam. Das Datum, der 21. März, markiert das Ende des Zeitraums, bis zu dem Frauen über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um auf den gleichen Lohn wie die Männer im Vorjahr zu kommen.

    Bettina Messinger fordert vier ganz konkrete Punkte, damit sich beim Lohnunterschied endlich etwas bewegt:

    1. einen Mindestlohn als Lohnuntergrenze, weil Frauen besonders häufig für Dumpinglöhne arbeiten müssen
    2. ein Entgeltgleichheitsgesetz, also eine gesetzliche Regelung zur Durchsetzung der Entgeltgleichheit, damit Unternehmen verpflichtet werden, ihre Entgeltpraxis geschlechtergerecht zu gestalten
    3. einen Rechtsanspruch auf Rückkehr aus Teilzeit- in Vollzeitbeschäftigung, damit Frauen nach einer familienbedingten Reduzierung ihre Arbeitszeit wieder aufstocken können
    4. eine Geschlechterquote für Aufsichtsräte und Vorstände, damit mehr Frauen Führungsfunktionen übernehmen können

    „Wir erwarten von der großen Koalition endlich konkrete Taten und keine weiteren Lippenbekenntnisse oder Ankündigungen. Es reicht nicht, dass jährlich am Equal Pay Day der Verdienstunterschied bedauert wird – es muss jetzt gehandelt werden“, so Messinger.

    Selbst im öffentlichen Dienst erhalten Frauen weniger als Männer. Durchschnittlich 7,3 % beträgt hier der Einkommensunterschied. Damit untere und mittlere Einkommen mehr von einer Entgelterhöhung profitieren, fordert ver.di bei der aktuellen Tarifrunde eine Grunderhöhung von 100 Euro und anschließend 3,5 % mehr. Dies würde zum Beispiel besonders Alten- und Kinderpflegerinnen, Verwaltungskräften und Küchenhilfen zugutekommen.

    „Solange Frauen im aktiven Arbeitsleben ein Viertel weniger bekommen als Männer“, warnt Bettina Messinger, „wird auch die Altersarmut in erster Linie weiblich sein. Wenn die Politik nicht endlich handelt, steuern wir auf ein gigantisches Problem zu.“


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