Fachbereich B: Gemeinden

    Personal schon heute an vielen Stellen an der Belastungsgrenze

    Stadt Regensburg

    Personal schon heute an vielen Stellen an der Belastungsgrenze

    ver.di Oberpfalz bezieht Position zur Personalkostendiskussion in der Stadt Regensburg: Vielzahl der Stellen nicht besetzt
    Wut Robin Higgins Personal schon heute an vielen Stellen an der Belastungsgrenze


    Die Gewerkschaft ver.di reagiert mit Sorge auf die geplante Deckelung des Personalkostenbudgets in Regensburg, über die gestern in der MZ berichtet wurde. Dabei sei geplant, auch 2023 3,5 Prozent des Personalbudgets einzusparen. Die Sorge der Gewerkschaft ver.di richte sich darauf, dass ihrer Wahrnehmung nach aktuell die eigentliche Herausforderung die zahlreichen unbesetzten Stellen in vielen Bereichen und die damit einhergehenden Überlastungen seien.

    „Im Juni 2021 waren laut den Haushaltsplanungen 332 Stellen von 4.118 unbesetzt“, erläutert der ver.di Bezirksgeschäftsführer Alexander Gröbner. „Das sind mehr als 8 Prozent und wenn sich die Situation auch 2022 sich auch ähnlich darstellt – wie etwa im Gartenamt -  dann wurde hier bereits weit über das selbstgesetzte Ziel eingespart. Wir finden: Die Hauptanstrengungen müssen sich aktuell darauf konzentrieren, wie für die unbesetzten Stellen schnell Fachkräfte gefunden und gehalten werden können. Auch und gerade vor dem Hintergrund des demographischen Wandels sollte dies weiter im Mittelpunkt stehen.“ Die Gewerkschaft ver.di befürchte zudem, dass die aktuelle Debatte dazu führen kann, dass an der falschen Stelle gespart wird. „Wir nehmen das zum Beispiel im Zusammenhang mit der Debatte um die Jugendsozialarbeit an Schulen und den Familienstützpunkten wahr, aus deren Reihen derzeit ein beträchtlicher Teil ersatzlos abgezogen wurde, für die Notfallunterstützung. Wir sehen in den verschiedenen Aufgabenfeldern der Sozialen Arbeit aktuell und mittelfristig einen gesteigerten Bedarf in Folge der Pandemie, des Krieges in der Ukraine und der wirtschaftlichen Krise“, führt ver.di Gewerkschaftssekretärin Kathrin Birner aus, die für den Sozial- und Erziehungsdienst zuständig ist. „Die Schilderungen der Kolleg*innen aus den verschiedensten Bereichen sind dramatisch und wir sind entsetzt, dass hier der akute Handlungsbedarf nicht erkannt wird. Wir sind der Meinung, dass zusätzliche Aufgaben auch zusätzliche Kräfte benötigen. Gerade die JaS wird zudem großzügig vom Freistaat Bayern gefördert. Diese Fördergelder nicht mehr abzurufen wäre aus unserer Sicht fatal. Es ist zudem irritierend, dass ausgerechnet ein Bereich, der im BKPV-Gutachten als „auffällig“ bezeichnet wurde, derjenige ist, der für voraussichtlich neun Monate mit etwa einem Viertel weniger Personal auskommen soll. Auch wenn betont wird, dass die Debatte über mögliche Schlussfolgerungen aus dem BKPV-Gutachten jetzt erst anläuft, bleibt ein seltsamer Beigeschmack.“

    Die Gewerkschaft ver.di appelliert an den Stadtrat, die aus dem Personalgutachten folgenden Debatten ernsthaft zu führen und dabei die Auswirkungen auf die Daseinsvorsorge in Regensburg zu beachten. Derzeit sieht die Gewerkschaft in vielen Bereichen Überlastungen. Sie führt aktuell eine Umfrage zur Arbeitssituation der Beschäftigten durch. „Die ersten Zwischenauswertungen waren alarmierend. So berichteten mehr als die Hälfte der Antwortenden, dass sie sich relativ oder sehr belastet fühlen und mindestens einmal in der Woche mehr arbeiten müssen, als vertraglich vereinbart.“ Die finalen Ergebnisse sollen Ende November bekannt gegeben werden.