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    Ländermonitoring Frühkindliche Bildung

    Kitas Bayern

    Ländermonitoring Frühkindliche Bildung

    ver.di fordert Maßnahmen für ein höheres Plätzeangebot, für mehr Fachkräfte und professionelle Arbeitsbedingungen
    Kindergarten Esi Grünhagen Kindergarten


    Aus dem Fachkräfte-Radar ergibt sich für Bayern ein eindeutiger Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen. Trotz des massiven Kita-Ausbaus der letzten Jahre in Bayern gibt es für Kinder jeder Alterskohorte, deren Eltern eine Kinderbetreuung wünschen, zu wenig Plätze. Darüber hinaus fehlen Fachkräfte. Viele Kitas seien nicht kindgerecht und erfüllen nicht professionellen Arbeitsbedingungen. Von vergleichbaren Chancen aller Kinder in Bayern in der frühkindlichen Bildung sei man nach wie vor weit entfernt, so die Erkenntnisse des Ländermonitorings 2021 zu den Frühkindlichen Bildungssystemen.

    Für Bayern wird festgestellt, dass zur Gewinnung pädagogischen Fachpersonals erhebliche Anstrengungen gemacht werden müssen. Es geht dabei nicht nur um zusätzlichen Bedarf durch ein größeres Angebot an Plätzen, sondern auch zur Verbesserung des Personalschlüssels auf den westdeutschen Durchschnitt oder gar zum empfohlenen Personalschlüssel. Die rechnerische Anzahl von Kindern je pädagogischer Fachkraft fällt in fast jeder Alterskohorte schlechter als im Durchschnitt in Westdeutschland aus. „Das spiegelt die Belastung der pädagogischen Fachkräfte wider“, erklärte die Dr. Brigitte Zach von ver.di Bayern. 

    Bestätigt werden diese Ergebnisse auch durch den Kita-Personalcheck, einer Befragung, die ver.di in den letzten Monaten bei den Beschäftigten durchgeführt hat. Danach können die Fachkräfte ihrem pädagogischen Auftrag der Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder nicht ausreichend gerecht werden und müssen schlechte Bedingungen durch individuelles Engagement ausgleichen.

    „Für Bayern bedeutet dieser Fachkräfte-Radar große Anstrengungen im Bereich der Ausbildung, der Qualifizierung und der Bindung von pädagogischen Fachkräften“, so Zach. Diese Maßnahmen müssten gleichzeitig unternommen werden. Allein die Ausbildungskapazität müsse um 134% gesteigert werden. Die Attraktivität der Ausbildung könne durch ein angemessenes Ausbildungsentgelt gesteigert werden. Gleichzeitig müssten vorhandenen pädagogischen Fachkräften attraktive, professionelle und gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen geboten werden. „Die vorhandenen Fachkräfte müssen diesem Arbeitsfeld auch langfristig treu bleiben können“, betonte Zach.