Gesundheit und Soziales

    Appell an die Parteien einer künftigen Bundesregierung

    Tagung

    Appell an die Parteien einer künftigen Bundesregierung

    ver.di-Fachtagung bayerischer Krankenhäuser in Nürnberg
    Tagung Mitbestrimmung und Transparenz Mathais Thurm ver.di-Fachtagung bayerischer Krankenhäuser in Nürnberg  – Appell an die Parteien einer künftigen Bundesregierung


    Über 30 Arbeitnehmervertretungen bayerischer Krankenhäuser fordern eine Ausbildungsoffensive, ein attraktives Wiedereingliederungsprogramm von Pflegekräften und eine gesetzliche Personalbemessung, die attraktive Arbeitsbedingungen und eine gute Versorgung der Patient*innen sicherstellen. „Mit der Corona-Pandemie wurden die Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen besonders augenscheinlich. Die Coronakrise muss der Anfang einer grundsätzlichen Diskussion um eine Neu-Ausrichtung des Gesundheitswesens in Deutschland sein“, erklärte Robert Hinke, Leiter des Fachbereichs Gesundheit & Soziales in ver.di Bayern: „Eine bedarfsgerechte Finanzierung und eine bedarfsgerechte Personalausstattung sind zwei Seiten einer Medaille. Der Handlungsdruck ist ebenso akut wie immens.“

    Im Nürnberger Appell bayerischer Arbeitnehmervertreter heißt es: „Die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte lassen in manchen Krankenhäusern bereits heute einen Personalkollaps erwarten. Mangels Personals gehören Betten- und Stationsschließungen in vielen Krankenhäuser zur alltägliche Praxis. Verschärft wird die Situation durch ein Finanzierungssystem der Krankenhäuser, dass renditeorientiert Fehlsteuerungen provoziert und keine Rücksicht auf Versorgungsbedarfe nimmt.“ Pointiert wird die bedrohliche wirtschaftlich Lage vieler kleinerer Krankenhäuser betont und die Folgen der Personalmisere für Krankenhäuser beschrieben: „Gefährdet dürften vor allem kleinere Krankenhäuser sein, obgleich diese vielfach für die wohnortnahe Grundversorgung unentbehrlich sind. Wie einige Großkliniken belegen, sind auch hier etliche medizinische Versorgungsbereiche aufgrund akuten Personalmangels in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt.“  Der Handlungsbedarf ist immens.

    An die Koalitionäre einer möglichen Bundesregierung gerichtet heißt es: „Für eine bedarfsgerechte Finanzierung und gute Personalausstattung im Krankenhaus zu sorgen, ist eine der drängendsten Aufgaben der kommenden Bundesregierung. Jedwede Regierungskoalition ist aufgefordert, wirksame Maßnahmen in ihrem Koalitionsvertrag festzuschreiben und schnellstmöglich umzusetzen. Die Beschäftigten in den Kliniken erwarten ein (er)mutige(nd)es Handeln der Politik! Die Länder sind aufgefordert, ihrer gesetzlichen Verantwortung für Investitionen im Krankenhausbereich nachzukommen sowie eine Krankenhausplanung auf den Weg zu bringen, die ihren Namen verdient.“ Kathrin Weidenfelder, ver.di-Fachsekretärin für die Krankenhausbranche, unterstreicht: „Welche Klinikstandorte und Fachabteilungen in einer Region zur Verfügung stehen, muss sich nach dem Versorgungsbedarf richten – nicht auf betriebswirtschaftlichen Erwägungen beruhen.“ Es braucht eine transparente und bedarfsgerechte Krankenhausplanung durch die öffentliche Hand, welche den Planungsgedanken ernst nimmt, bekräftigt Hinke.