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    Für "Gute Arbeit" muss es auch "Gutes Geld" geben!

    Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

    Für "Gute Arbeit" muss es auch "Gutes Geld" geben!

    Beschäftigte der medbo fordern 6%, mindestens 200 Euro ver.di Beschäftigte der medbo fordern 6%, mindestens 200 Euro

    Beschäftigte der medbo fordern 6%, mindestens 200 Euro

    Kein Angebot der Arbeitgeber im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes auch in der zweiten Verhandlungsrunde. Rund 80 Beschäftigte der Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz (medbo) Regensburg fordern bei einer Kundgebung der Gewerkschaft ver.di mehr Geld.

    Nachdem in der ersten und zweiten Verhandlungsrunde zum Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt hatten, protestierten die Beschäftigten für mehr Lohn und Gehalt. Gefordert wird eine monatliche Erhöhung der Gehälter um 6%, mindestens um 200 € monatlich sowie die Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro.

    „Bei den Verhandlungen spielt die Forderung nach einer sozialen Komponente eine große Rolle. Hier sind die Positionen zwischen Arbeitgeber und ver.di weit auseinander,“ so Klaus Heyert, zuständig bei ver.di Oberpfalz für den Bereich des Gesundheitswesens.

    Beschäftigte der medbo fordern 6%, mindestens 200 Euro ver.di Beschäftigte der medbo fordern 6%, mindestens 200 Euro

    „Es ist dringend notwendig die Arbeit durch bessere Bezahlung attraktiver zu machen: Und das fängt schon bei der Ausbildung an. Denn ohne Azubis, keine neuen Fachkräfte“, so Lisa Freunek, ver.di Vertreterin und Jugend- und Auszubildendenvorsitzende und weiter, „wir brauchen mehr Geld, weil das Leben in Regensburg insbesondere durch die rasant steigenden Mietpreise sehr teuer geworden ist.“

    Mit einem Transparent „Wir sind es wert“ haben die Beschäftigten deutlich gemacht, dass sie eine angemessene Bezahlung für ihre Arbeitsleistung erwarten.

    Die Arbeitgeber haben die Gehaltsforderungen bisher mit dem Argument viel zu hoch und in der Struktur schädlich, mit Hinweis auf die geforderte stärkere Anhebung der unteren Vergütungsgruppen, abgelehnt. Aus Sicht der Gewerkschaft überzeugt dieses Argument nicht. Die Steuereinnahmen in 2017 waren bei den Gemeinden ca. 5% höher als in 2016.

    Durch die gute wirtschaftliche Entwicklung werden die Rekordsteuereinnahmen der Vorjahre auch in den Folgejahren deutlich übertroffen. Auch die Krankenkassen, die die laufenden Kosten der Krankenhäuser finanzieren, sind finanziell gut ausgestattet.

    Weiterhin geht es bei den Tarifgesprächen um eine Erhöhung des Zuschlags für Nachtarbeit auf 20% statt bisher 15%.

    Aufgrund der besonderen Belastungssituation der Beschäftigten in der Pflege und in den Funktionsbereichen gibt es weitere Themen, die ver.di in die Tarifgespräche einbringt.

    Erhöhung des Sonderurlaubs für Beschäftigte, die im Schicht- und Wechselschichtdienst arbeiten sowie die Einrechnung der Pausen im Wechselschichtdienst in die Arbeitszeit. Beides wichtige und notwendige Veränderungen für die besonders belastende Arbeitssituation in der Pflege.

    „Es ist kein Wunder, dass es in allen Krankenhäusern freie Stellen gibt. Der abwechslungsreiche und interessante Pflegeberuf kollidiert mit den Arbeitsbedingungen. Stress, Überbelastung und zu wenig Personal. Mehr Erholungszeiten für Schicht- und Wechselschichtbeschäftigte wäre ein guter Ansatzpunkt“, so Gerhard Heinz, ver.di Vertrauensmann und Personalratsvorsitzender bei der medbo.

    Eine ausgebildete Pflegekraft bekommt ein Einstiegsgehalt von ca. 2600 € brutto. Ver.di sieht daher für den Bereich des öffentlichen Dienstes einen deutlichen Nachholbedarf gegenüber der Industrie.
    „Es wäre ein Zeichen der wirtschaftlichen und sozialen Vernunft, wenn die öffentlichen Arbeitgeber eine Lohn- und Gehaltserhöhung mit sozialer Komponente vorlegen würden. Dies stärkt die Kaufkraft und wirkt der Einkommensschere zwischen arm und reich entgegen“, so Klaus Heyert.

    Gerhard Heinz, ver.di Vertrauensmann und Personalratsvorsitzender bei der medbo hat in seiner Rede darauf hingewiesen, dass die Gehaltserhöhungen und eine Verbesserung der Personalsituation wichtig sind für die Attraktivität des Berufes. „Nur mit unserem gut ausgebildeten Personal können wir eine gute medizinische Versorgung sicherstellen. Dazu ist es auch erforderlich, dass die Einkommen deutlich steigen, damit der Beruf für die Beschäftigten wieder attraktiv wird.“

    Die Erwartungshaltung der Beschäftigten ist eindeutig. Die Arbeitgeber sollen bei der nächsten Verhandlung am 16./17. April endlich ein Angebot vorlegen.