Nachrichten

    Zukunftsgerecht

    Organisationswahlen 2018/2019

    Zukunftsgerecht

    Bezirkskonferenz wählt Vorstand von ver.di Oberpfalz neu

    Am 20. Oktober 2018 hat die Bezirkskonferenz des ver.di Bezirks Oberpfalz in Schwandorf/Klardorf den künftigen Vorstand für die nächsten vier Jahre Amtszeit neu gewählt.

    „Auch wenn wir in den letzten vier Jahren nicht alle Ziele erreicht haben, so können wir doch auf eine sehr erfolgreiche und lebendige Gewerkschaftsarbeit zurückblicken. ver.di Oberpfalz ist eine Mitmachtgewerkschaft!“ stellte Petra Graf (Vorsitzende des Bezirks Oberpfalz) erfreut fest.

    Im Rahmen dieser Konferenz wurden neben einem umfassenden Geschäftsbericht über die letzten vier Jahre Amtszeit die Mitglieder des Bezirksvorstands, die Mitglieder der Revisionskommission sowie die Delegierten für die bevorstehende Landesbezirkskonferenz und dem Bundeskongress im Jahr 2019 neu gewählt. Im Rahmen der Antragsberatung zu unterschiedlichen Themenbereichen der Gewerkschaftsarbeit im Bezirk wurden die Weichen für die nächsten Jahre gestellt.

    Bei den Neuwahlen von Vorsitz und Stellvertretung wurde eine neue Führungsmannschaft gewählt: Stefan Dietl (Journalist und Buchautor aus Regensburg), als Vorsitzender sowie Verena Gleißner (Personalratsvorsitzende der Stadt Tirschenreuth), als stellvertretende Vorsitzende.

    Bezirksvorstand Oberpfalz ver.di Bezirksvorstand Oberpfalz

    Die bisherige Vorsitzende des ver.di Bezirks Oberpfalz hatte aus persönlichen Gründen nicht mehr für das Amt kandidiert. Die Konferenz dankte ihr für die hervorragende Arbeit der letzten Jahre und verabschiedete Petra Graf mit großem Applaus. Graf stellte klar, dass sie mit Herzblut Gewerkschafterin bleibe und auch zukünftig aktiv Gewerkschaftsarbeit gestalte, jetzt dann eben im zweiten Glied der ver.di.

    „Auch wenn es uns nicht gelungen ist, die Mitgliederzahlen im Bezirk zu steigern, so können wir doch auf eine Stabilisierung der Mitgliederentwicklung zurückblicken. Wir können jährlich zwischen 1.000 und 1.200 Kolleginnen und Kollegen neu in ver.di begrüßen. ver.di Oberpfalz ist ein streitbarer Bezirk, dass werden unsere Kolleginnen und Kollegen auch in den bevorstehenden Tarifrunden wieder unter Beweis stellen!“ erklärte Alexander Gröbner (Geschäftsführer ver.di Bezirk Oberpfalz).

    Nach einer Rentenkampagne gemeinsam mit dem DGB in 2017, den erfolgreichen Betriebsratswahlen in den Betrieben der in ver.di organisierten Branchen in 2018 und den Landtagswahlen am 14. Oktober gelte es nunmehr sich auf neue Herausforderungen der kommenden Monate und Jahre einzustellen. Dabei seien die Wahl der Vertrauensleute der Schwerbehinderten nach den SGB IX, die Wahlen der Jugend- und Auszubildendenvertretungen sowie bevorstehende Tarifrunden (z. B. Druckindustrie und die Tarifrunde für die Länderbeschäftigten) oder aber die Europawahl 2019 nur Meilensteine in der gewerkschaftlichen Arbeit auch vor Ort.

    Als Referentin für die Bezirkskonferenz sprach die stellvertretende Landesbezirksleiterin von ver.di Bayern, Linda Schneider, zu aktuellen gewerkschaftlichen Herausforderungen. Dabei machte sie klar, dass der Begriff Solidarität gerade in der heutigen Zeit eine wesentliche Bedeutung in der Gesellschaft habe. Und diese Solidarität sei für alle Menschen geboten, die in diesem Land leben. Es gelte von Seiten der Gewerkschaften sicherzustellen, dass der Wohlstand in der Gesellschaft auch bei allen ankomme. „Umverteilung von oben nach unten ist das Gebot der Stunde!“ so Schneider unter großem Beifall.

    ver.di Oberpfalz erstreckt sich in seinem Wirkungskreis auf den gesamten Regierungsbezirk Oberpfalz und ist mit seinen rund 22.500 Mitgliedern der drittgrößte ver.di Bezirk in Bayern. Darüber hinaus stellt er mit seinen rund 4.200 Mitgliedern einen der größten Senorinnen- und Seniorenvereinigungen in der Oberpfalz dar. Mit seinen drei Bürostandorten in Amberg, Weiden und Regensburg und den 11 Ortsvereinen nimmt er einen aktiven Part in der demokratischen Gestaltung der regionalen gesellschaftlichen Arbeit wahr. Organisiert in 13 Fachbereichen werden die Interessen der organisierten Beschäftigten von den Finanzdienstleistungen über die Energie und Abfallwirtschaft, den öffentlichen Dienst bis hin zum Handel oder dem Wach- und Sicherheitsgewerbe vertreten.

    Nach seiner Wahl stellte der neue Bezirksvorsitzende von ver.di Oberpfalz, Stefan Dietl, deutlich heraus: „Wir werden uns in der neuen Amtsperiode für eine armutsfeste und lebensstandardsichernde Rente ebenso einsetzen, wie für bezahlbare Wohnungen. Diese stellen auch in den Regionen der Oberpfalz die wesentliche Grundlage für das Leben der Menschen dar und gemeinsam mit guter Arbeit und guten Löhnen stellen wir sie in den Mittelpunkt unserer gewerkschaftlichen Arbeit. Dann können wir auch den zunehmend nationalistischen und völkischen Umtrieben entgegenwirken, welche heute anscheinend wieder gesellschaftsfähig werden.“ Der Kampf gegen rechte Gruppierungen und Parteien sei für alle gesellschaftlichen Kräfte und damit auch ver.di eine Pflicht. Rassismus sei keine Meinung, sondern ein Verbrechen.

    Im Hinblick auf die vergangenen Landtagswahlen stellte Dielt klar, dass die Ängste und Nöte der Menschen ernstgenommen werden müssten. Dazu gelte es allen Protestwählerinnen und –wählern zunächst zu zuhören und dann mit ihnen gemeinsam im Dialog für eine demokratische Lösung einzutreten. Dauerhafter Frieden in Europa sei nur möglich, wenn die Menschen sich demokratisch für Weltoffenheit, gleiche Rechte für alle und Demokratie einsetzen. Den Europawahlen im nächsten Jahr käme hierzu besondere Bedeutung zu.