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    Gaskraftwerke sichern Stromversorgung

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    Gaskraftwerke sichern Stromversorgung

    Report (01/2018): Magazin des Fachbereich Ver- und Entsorgung
    Report (01/2018) ver.di Report (01/2018)

     
    Bsirske warnt vor Ausstieg aus Gas – Bundesregierung muss Speichertechnologie fördern

    ver.di-Chef Frank Bsirske hat vor einem Abgesang auf das Gas als Energielieferant gewarnt. Vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Energie- und tarifpolitischen Tagung in Berlin sagte er: „Ich warne vor derartigen Überlegungen. Wer das sagt und will, der hat Versorgungssicherheit abgeschrieben.“

    Bsirske verwies darauf, dass derzeit 40 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms in Kohlekraftanlagen produziert wird. Ein Ausstieg aus der Kohle erfordere den Ausbau entsprechender Ersatzkapazitäten. Alle Szenarien – ganz gleich, mit welchem Ausstiegsdatum sie arbeiten – seien sich einig, dass zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit ausreichend Backup-Kapazitäten gebraucht würden. Diese Kapazitäten müssten vor allem durch den Erhalt und den Zubau von Gaskraftwerken vorgehalten werden. Bsirske räumte ein, dass diese Kraftwerke derzeit nicht wirtschaftlich arbeiten. Das könnten sie aber – wenn das Angebot knapper werde und gleichzeitig der CO2-Preis steige.

    Zugleich gebe es einige, die hätten – obwohl der Kohleausstieg noch nicht bewerkstelligt ist – bereits den Ausstieg aus dem Gas auf der Agenda, weil auch Gas Kohlendioxid emittiert. Da werde gefordert, die hervorragende Gasinfrastruktur in Deutschland zurückzubauen. „So viel Schwachsinn tut echt schon weh“, sagte er unter großem Beifall der knapp 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ver.di-Tagung. Er kenne keine seriösen Szenarien des Kohleausstiegs, in dem nicht langfristig Gas einen wesentlichen Teil der sicheren Leistung erbringenmüsse, um die stark schwankende Wind- und Solareinspeisung abzufedern. Immer seien zusätzliche, hochmoderne Gas- und Dampf-Kombikraftwerke und Gaskraftwerke der Kraft-Wärme-Kopplung Teil dieser Szenarien.

    Nicht auf ewige Zeiten wird nach Bsirskes Worten in diesen Anlagen Erdgas eingesetzt werden. Er verwies darauf, dass in Gaskraftanlagen auch Biogas eingesetzt werden könne. Und sollte sich die Power-to-Gas-Technologie als Speicher für überschüssigen Wind- und Solarstrom durchsetzen, dann könnte auch dieses Gas genutzt werden, das dann per saldo kein Kohlendioxid mehr ausstieße.

    Mit Blick auf die künftige Bundesregierung sagte er, er erwarte, dass sie die Weichen richtig stellt. Gaskraftwerke und Stromspeicher müssten umfassend gefördert werden. Speicher müssten zudem von Steuern und Abgaben, die im Rahmen des zeitweiligen Strombezugs anfallen, befreit werden. Zudem müssten neue Speichertechnologien angemessen gefördert werden, mit dem Ziel, sie marktfähig zu machen. [...]

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    Dieses und weitere Themen im aktuellen Report (01/2018)