Nachrichten

    Sondierung mit AVR gescheitert

    Genossenschaftsbanken

    Sondierung mit AVR gescheitert

    Über den sog. Tarifreformprozess hätte für ver.di die Chance bestanden, künftig wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten von Volks-und Raiffeisenbanken wieder maßgebend mitgestalten zu können. Schon seit 2008 verhandelt der Arbeitgeberverband Volks- und Raiffeisenbanken (AVR) die Tarifverträge nicht mehr mit ver.di, sondern mit den Vereinen DBV und DHV. Nach einer Annäherung im letzten Jahr wollte man in diesem Jahr sondieren, ob eine Wiederaufnahme von Verhandlungen zwischen AVR und ver.di -in einer Tarifunion mit dem DBV- möglich ist. Dieser Versuch war nicht erfolgreich, am 14. November hat der AVR das Scheitern der Sondierungen erklärt. Die ver.di Tarifkommission ist gerade dabei die Situation und weiteres Vorgehen zu beraten und zu bewerten. Unsere Mitglieder haben wir vorerst wie folgt informiert:

     
    Liebe Kollegin, lieber Kollege,

    in der Vergangenheit haben wir Sie bereits einige Male über den Sondierungsprozess zwischen ver.di und dem AVR (Arbeitgeberverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken) informiert. Ziel dieses Sondierungsprozesses war es, wechselseitig zu prüfen, ob es eine Basis für gemeinsame zukünftige Tarifverhandlungen gibt. Am Nachmittag des 14. November 2018 hat der AVR die Sondierung für gescheitert erklärt. Dieses Vorgehen der Arbeitgeber angesichts der umfassenden Veränderungen, die mit dem Tarifreformvertrag beabsichtigt sind, die größte Gewerkschaft im Bereich der Genossenschaftsbanken aus den Verhandlungen auszuschließen, ist schockierend und für uns nicht nachvollziehbar.

    Das Scheitern begründet der AVR damit, dass es kein Vertrauen in den Regelungswillen von ver.di gebe. Der AVR würde in der verbleibenden Zeit bis zum Auftakt der Gehaltsrunde im Sommer 2019 keine Möglichkeit mehr sehen, einen entsprechenden Tarifreformvertrag unter Beteiligung von ver.di zu finalisieren. Die Gehaltsrunde 2019 soll auf dem dann modernisierten neuen Entgeltsystem/ der neuen Eingruppierungssystematik aufsatteln.

    Worum geht es aus ver.di Sicht?

    Die Sondierung über eine Tarifreform begann im Juli 2018. Es gab mehrere Termine mit einem intensiven inhaltlichen Austausch. Dabei zeichnete sich für uns zuletzt immer mehr ab, dass es dem AVR nicht um ergebnisoffene Sondierungsgespräche geht. Vielmehr hat er überprüft, ob ver.di bereit ist, strukturelle Verschlechterungen der Entgelt- und Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten im Genossenschaftsbereich mitzutragen. Sollten die Modernisierungsvorstellungen des AVR 2019 von DBV und DHV unterschrieben und somit umgesetzt werden, drohen umfassende Verschlechterungen (Eingruppierung/Gehalt, Arbeitszeiten bzgl. des Samstags in Kundenservice-Centern) sowohl für Neueinstellungen als auch für Bestandsmitarbeiter.

    Die Begründung des AVR halten wir für vorgeschoben. Anlass war die Bitte um die Verschiebung eines Termins, da wir im Rahmen unserer Kooperationsvereinbarung mit dem DBV und der sich abzeichnenden zuspitzenden Situation Abstimmungsbedarf gesehen haben.

    Wir halten das Vorgehen des AVR und die jetzige plötzliche Absage der weiteren Sondierung für falsch. Bei dem Tarifreformprozess geht es um eine umfassende Modernisierung der Eingruppierungs- und damit Entgeltsystematik in den Banken. Auch weitere Themen waren durch uns gesetzt: u.a. Fort- und Weiterbildung. Eine grundlegende Tarifreform erfordert Gründlichkeit und Präzision. Das erfordert Zeit.

    Der vom AVR produzierte Zeitdruck, bis zum Beginn der Gehaltstarifrunde 2019 den neuen Tarifreformvertrag fertig zu haben, wird dazu benutzt, die Sondierung mit uns zu beenden. Zu vielen Themen wurden wir mit unseren gut vorbereiteten Vorschlägen zuletzt nicht einmal angehört. Das ist mangelnde Wertschätzung der Kolleg*innen, die sich in den letzten Monaten an den Befragungen beteiligt haben. Sie waren Ideengeber für die Vorschläge der ver.di-Tarifkommission für eine neue Eingruppierungssystematik. Ihre Argumente bleiben damit ungehört. ver.di hält das für ein unangemessenes Vorgehen.

    Die ver.di-Tarifkommission wird die Situation beraten und sich mit weiteren Informationen bei Ihnen melden.

    Kontakt