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    Reisebranche

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    die besonderen (03/2019): Ma­ga­zin des Fachbereich Besondere Dienstleistungen


    EDITORIAL

    Klick in die Ferne:
    Wie die Digitalisierung die Reisebranche verändert

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    die aktuellen Entwicklungen vor allem im Bereich der Reisebranche stellen uns vor große Herausforderungen. Neun Wochen nach dem Insolvenzantrag stellte Thomas Cook Ende November endgültig den Geschäftsbetrieb ein. Damit verlieren fast tausend Beschäftigte des Unternehmens ihren Job. Weitere etwa 1.100 Beschäftigte arbeiten bei Unternehmensteilen, für die es Käufer gibt: Bucher Reisen, Öger Tours, 106 der 126 Reisebüros oder auch die Plattform „Golden Gate“. Interessent*innen gibt es wohl auch noch für die Franchise-Hotels der Marke Sentido und für die Traditionsmarke Neckermann Reisen. Damit gibt es zu mindest für die Hälfte der Beschäftigten eine Aussicht auf Weiterbeschäftigung.

    Aber das sind nur die harten Fakten. Dahinter stehen Menschen, von denen sich viele mit dem Unternehmen emotional verbunden fühlen. Viele sind über 50 Jahre alt und finden erfahrungsgemäß weniger einfach eine neue Stelle. Besonders bitter ist diese Entwicklung, weil die Insolvenz wegen der Misswirtschaft der Konzernmutter in Groß britannien erfolgt. Die deutsche Thomas Cook hat dagegen gut gewirtschaftet. Ein Überbrückungskredit der Bundes- und Landesregierung wäre nötig gewesen, der konnte jedoch trotz allen Einsatzes nicht erreicht werden.

    Das liegt auch daran, dass derzeit die ganze Reisebranche im Umbruch ist. DER Touristik hat bereits 10 Prozent der Beschäftigten abgebaut, TUI Deutschland plant, 450 Arbeitsplätze wegzurationalisieren. Die klassischen Veranstalter sind wegen der Digitalisierung unter Druck – und damit auch die Beschäftigten. Arbeitsplätze werden wegfallen und neue entstehen, für die dann häufig andere Qualifikationen gebraucht werden. Hier wollen wir ansetzen, auch tarif vertraglich, um gute und qualifizierte Arbeitsbedingungen zu erhalten.

    Dass trotz Turbulenzen gewerkschaftliches Engagement zu guten Ergebnissen führt, zeigt der Tarifvertrag bei TUI Deutschland. Mitglied werden und sich gemeinsam ein setzen lohnt sich – auch in schwierigen Zeiten.

    Christine Behle
    Mitglied des ver.di-Bundes-vorstandes
    und Leiterin der Fachbereiche Besondere Dienstleistungen und Sozialversicherung, Bund und Länder, Gemeinden, Verkehr

    Link: Zur aktuellen die besonderen (02/2019): Ma­ga­zin des Fachbereich Besondere Dienstleistungen