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    Für "Gute Arbeit" muss es auch "Gutes Geld" geben

    Gesundheit und Soziales

    Für "Gute Arbeit" muss es auch "Gutes Geld" geben

    Krankenhausbeschäftigte fordern 6%, mindestens 200 Euro


    Kein Angebot der Arbeitgeber im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes auch in der zweiten Verhandlungsrunde. Rund .… Beschäftigte des St. Anna Krankenhauses in Sulzbach-Rosenberg fordern bei einer Kundgebung der Gewerkschaft ver.di mehr Geld.

    Nachdem in der zweiten Verhandlungsrunde am 12./13. März die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt hatten, protestierten die Beschäftigten für mehr Lohn und Gehalt. Gefordert wird eine monatliche Erhöhung der Gehälter um 6%, mindestens um 200 € monatlich sowie die Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro.

    „Bei den Verhandlungen spielt die Forderung nach einer sozialen Komponente eine große Rolle. Hier sind die Positionen zwischen Arbeitgeber und ver.di weit auseinander,“ so Klaus Heyert, zuständig bei ver.di Oberpfalz für den Bereich des Gesundheitswesens.

    Mit einem Transparent „Wir sind es wert“ haben die Beschäftigten deutlich gemacht, dass sie eine angemessene Bezahlung für ihre Arbeitsleistung erwarten.

    Die Arbeitgeber haben die Gehaltsforderungen bisher mit dem Argument viel zu hoch und in der Struktur schädlich, mit Hinweis auf die geforderte stärkere Anhebung der unteren Vergütungsgruppen, abgelehnt. Aus Sicht der Gewerkschaft überzeugt dieses Argument nicht. Die Steuereinnahmen in  2017 waren bei den Gemeinden ca. 5% höher als in 2016. 

    Krankenhausbeschäftigte fordern 6%, mindestens 200 Euro ver.di Krankenhausbeschäftigte fordern 6%, mindestens 200 Euro  – Für „Gute Arbeit“ muss es auch „Gutes Geld“ geben

    Durch die gute wirtschaftliche Entwicklung werden die Rekordsteuereinnahmen der Vorjahre auch in den Folgejahren deutlich übertroffen. Auch die Krankenkassen, die die laufenden Kosten der Krankenhäuser finanzieren, sind finanziell gut ausgestattet.

    Weiterhin geht es bei den Tarifgesprächen um eine Erhöhung des Zuschlags für Nachtarbeit auf 20% statt bisher 15%.

    Aufgrund der besonderen Belastungssituation der Beschäftigten in der Pflege und in den Funktionsbereichen gibt es weitere Themen, die ver.di in die Tarifgespräche einbringt.

    Erhöhung des Sonderurlaubs für Beschäftigte, die im Schicht- und Wechselschichtdienst arbeiten sowie die Einrechnung der Pausen im Wechselschichtdienst in die Arbeitszeit. Beides wichtige und notwendige Veränderungen für die besonders belastende Arbeitssituation in der Pflege.

    „Es ist kein Wunder, dass es in allen Krankenhäusern freie Stellen gibt.  Der abwechslungsreiche und interessante Pflegeberuf kollidiert mit den Arbeitsbedingungen. Stress, Überbelastung und zu wenig Personal. Mehr Erholungszeiten für Schicht- und Wechselschichtbeschäftigte wäre ein guter Ansatzpunkt“, so Stefan Christau, Personalratsvorsitzender am St. Anna Krankenhaus.

    Eine ausgebildete Pflegekraft bekommt ein Einstiegsgehalt von ca. 2600 € brutto. Ver.di sieht daher für den Bereich des öffentlichen Dienstes einen deutlichen Nachholbedarf gegenüber der Industrie.

    „Es wäre ein Zeichen der wirtschaftlichen und sozialen Vernunft, wenn die öffentlichen Arbeitgeber eine Lohn- und Gehaltserhöhung mit sozialer Komponente vorlegen würden. Dies stärkt die Kaufkraft und wirkt der Einkommensschere zwischen arm und reich entgegen“, so Klaus Heyert.

    Stefan Christau, Personalratsvorsitzender und Beschäftigter am St. Anna Krankenhaus hat in seiner Rede darauf hingewiesen, dass die Gehaltserhöhungen und eine Verbesserung der Personalsituation wichtig sind für die Attraktivität des Berufes. „Nur mit unserem gut ausgebildeten Personal können wir eine gute medizinische Versorgung sicherstellen. Dazu ist es auch erforderlich, dass die Einkommen deutlich steigen, damit der Beruf für die Beschäftigten wieder attraktiv wird.“

    Die Erwartungshaltung der Beschäftigten ist eindeutig. Die Arbeitgeber sollen bei der nächsten Verhandlung am kommenden Wochenende April endlich ein Angebot vorlegen.

    Redner

    • Stefan Christau, ver.di-Sprecher und Personalratsvorsitzender am St. Anna Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg
    • Klaus Heyert, zuständig bei ver.di Oberpfalz für das Gesundheitswesen
    • Wolfgang Berndt, Kreisvorsitzender DGB Amberg-Sulzbach