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    Mehr als ungemütlich

    Wohnungswirtschaft

    Mehr als ungemütlich

    die besonderen (03/2018): Ma­ga­zin des Fachbereich Besondere Dienstleistungen


    Mehr als ungemütlich
    - Arbeitsbedingungen und Politik in der Wohnungswirtschaft

    Wohnen ist eine soziale Frage!

    Wohnen ist ein Grundrecht. Die Wohnungsfrage ist zurück! Und das, nachdem sie in den frühen 2000ern als gelöst galt. Obwohl mehr als 50 Prozent, in Ballungsräumen 85 Prozent, der Menschen in Deutschland auf Mietwohnungen/-häuser angewiesen sind, gibt es kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Jahrelang wurde zu wenig in (sozialen) Wohnungsbau investiert, kommunale Wohnungsbestände wurden privatisiert. Für Wohnraum müssen die meisten zwischenzeitlich mehr als 40 Prozent ihres Netto-Einkommens einsetzen. Wohnlage, Wohnungsqualität und Mietpreis unterscheiden sich sehr stark.

    Die soziale Lage lässt sich häufig an der Wohnadresse ablesen, nicht selten werden Menschen aufgrund ihrer Adresse stigmatisiert. Steigende Immobilienpreise sind jedoch ein großes Risiko für die Volkswirtschaft. Der Wohnungsbausektor ist hochprofitabel, so fließen die Gelder der Investoren – verbunden mit Steuererleichterungen – gerne dahin und nicht mehr in Fabriken. Kredite werden an Hauskäufer*innen vergeben, nicht an kleine und mittelständige Unternehmen. Bezahlbarer Wohnraum wird dies jedoch nicht. Erstkäufer*innen bezahlen horrende Preise, verschulden sich mit gigantischen Darlehen und werden zum Risiko des Landes.

    Wenn es nicht gelingt, umzusteuern und es beim Thema Immobilien weiterhin nur um Preis- und Wertsteigerung geht, anstatt um Entwicklung, werden sich noch mehr Menschen abgehängt fühlen. Überteuerter Wohnraum ist nicht nur unsozial, sondern brandgefährlich. Wie wir leben, ist mehr als ein „Dach über dem Kopf“. ver.di setzt sich für eine Kehrtwende der Wohnungspolitik ein. Miete muss bezahlbar sein, für alle. Das ist das Ziel… sonst wird es ungemütlich!