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    Gute Leistung jeden Tag – deshalb jetzt: Tarifvertrag!

    Asklepios Lindenlohe

    Gute Leistung jeden Tag – deshalb jetzt: Tarifvertrag!

    Erneuter 24-Stunden-Streik bei Asklepios in Lindenlohe und Demonstration der Beschäftigten in Schwandorf am 27.11.2019

    Rund 100 Beschäftigte von Asklepios sowie Kolleginnen und Kollegen weiterer Oberpfälzer Kliniken demonstrieren in Schwandorf für einen Tarifvertrag

    „Gute Leistung jeden Tag – deshalb jetzt: Tarifvertrag!“ skandierten heute rund 100 Beschäftigte von Asklepios Lindenlohe sowie Kolleginnen und Kollegen weiterer Oberpfälzer Kliniken auf ihrem gemeinsamen Marsch zum Schwandorfer Marktplatz. Dort waren die Streikenden, die heute zum dritten Mal für 24-Stunden die Arbeit niedergelegt hatten, zu einer Kundgebung um 13:30 Uhr aufgerufen.

    Mit dieser Aktion wollen die Streikenden den öffentlichen Druck erhöhen. Denn die Konzern- bzw. Unternehmensleitung weigert sich weiterhin, mit der Gewerkschaft ver.di einen Tarifvertrag auszuhandeln. Der Wunsch der Belegschaft nach tariflich abgesicherten Arbeitsbedingungen wird also weiter ignoriert. Verschiedene Redner zeigten sich in Grußbotschaften solidarisch und stärkten den Kolleginnen und Kollegen von Asklepios den Rücken: „Es ist euer gutes Recht, dass ihr heute hier steht und streikt. Es ist nicht gerecht, dass ich für die gleiche Arbeit mehr verdiene, als ihr hier in der Klinik Lindenlohe, weil ich einen Tarifvertrag habe, der euch verwehrt wird“, sagte etwa Reinhard Wiesent, Personalrat am Uniklinikum in Regensburg. Er verwies darauf, dass der Arbeitgeber auf die Mitarbeiter angewiesen sei, nicht umgekehrt. „Bei dem heutigen Fachkräftemangel könnt ihr euch aussuchen, wo ihr arbeiten wollt.“ Es werde Zeit, dass Asklepios das endlich erkenne. Uwe Ostendorf (Klinik-Experte der Gewerkschaft ver.di, Bundesverwaltung) kritisierte, dass der Asklepios Konzern seine Gewinne zwar aus dem sozialen System ziehe, gleichzeitig aber eben dieses soziale System missachte, indem Tarifverhandlungen kategorisch abgelehnt würden. Dieser Zustand gehöre beendet. Der Gesetzgeber müsse dafür sorgen, dass die tarifliche Absicherung von Arbeitsbedingungen auch bei privaten Kliniken eine Grundvoraussetzung für deren Betrieb sei.

    Hintergrund (was bisher geschah…):

    Der 27.11. 20 ist bereits der dritte Streiktag, mit dem die Beschäftigten der Asklepiosklinik Lindenlohe lautstark ihre Forderung für einen Tarifvertrag mit ver.di an die Arbeitgeberseite untermauert haben. Jedoch sieht weder die Konzernleitung noch die Unternehmensleitung die Notwendigkeit sich mit ver.di zu Tarifverhandlungen zu treffen. Im Gegenteil, die Kolleginnen und Kollegen sollen sich mit einer Betriebsvereinbarung begnügen, die keine Rechtssicherheit für ihre Arbeitsbedingungen gewährleistet. Die Arbeitgeberseite hat vor kurzem die Beschäftigten in einer Mitarbeiterinformation darüber informiert, dass der Tarifvertrag TVöD aufgrund der privatwirtschaftlichen Organisation Asklepios nicht möglich sei. „Dies ist nicht korrekt, so Gewerkschaftssekretärin Manuela Dietz, denn wir fordern einen Anwendungstarifvertrag des TVöD und dieser ist sehr wohl möglich und auch nicht unüblich.“  Außerdem ist auch die Asklepios Klinik Lindenlohe Mitglied im Verband der privaten Krankenanstalten (VPKA) und mit diesem Verband besteht in Bayern ein Tarifvertrag für die beiden Asklepios Häuser in Lindau und Gauting. Also warum kann nicht auch in Lindenlohe ein Tarifvertrag gelten?

    Die ver.di Mitglieder der Asklepios Klinik Lindenlohe haben sich bei der Urabstimmung mit 98,7% sehr eindeutig dafür entschieden, ihrer Forderung nach einer tariflichen Regelung der Arbeits- und Einkommensbedingungen auch über das Mittel des Streiks zu erkämpfen.

    Im Vorfeld des Streiks hatte ver.di der Arbeitgeberseite eine Notdienstvereinbarung vorgelegt um die Sicherheit der Patientinnen und Patienten an Streiktagen zu gewährleisten. Dabei sei die Gewerkschaft ver.di auf verschiedene Anmerkungen der Arbeitgeber in der Notdienstvereinbarung eingegangen.

    Vor 15 Jahren wurde die Klinik Lindenlohe vom privaten Krankenhauskonzern Asklepios übernommen. Dieser Wechsel hatte für die Beschäftigten weitreichende Folgen, denn seit dem 01. November 2004 gilt für die Beschäftigten in der Asklepios Klinik Lindenlohe kein einheitlicher Tarifvertrag. Die Kolleginnen und Kollegen werden nach unterschiedlichen Regelungen entlohnt, es gelten verschiedene Urlaubsansprüche und selbst die wöchentliche Arbeitszeit ist nicht für alle gleich.

    Regelungen zu Urlaubsansprüchen, wöchentlicher Arbeitszeit und Entgelt werden üblicherweise in Tarifverträgen zwischen den Tarifvertragsparteien – Gewerkschaft und Arbeitgeber - vereinbart. Diese Normalität verlangen auch die Beschäftigten der Asklepios Klinik Lindenlohe von ihrem Arbeitgeber Asklepios. Doch Asklepios verweigert sich Tarifgesprächen mit ver.di.

    Erster Streiktag in Lindenlohe fand am 13.11.2019 statt, der zweite Streiktag am 18.11.2019, dritter Streiktag am 27. November 2019

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