Nachrichten

    Erfolg gibt es nur mit den Beschäftigten

    Karstadt und Kaufhof

    Erfolg gibt es nur mit den Beschäftigten

    Information für die Beschäftigten von Karstadt und Galeria Kaufhof (September 2018)

     
    Karstadt und Galeria Kaufhof: ver.di lehnt eine Verschmelzung ab

    Die jeweiligen Eigentümer von Galeria Kaufhof und Karstadt – Hudson’s Bay Company (HBC) und Signa-Holding – sind dringend gefordert, ihrer sozialen Verantwortung für rund 32.000 Beschäftigte und deren Familien nachzukommen. Denn davon kann im Moment absolut keine Rede sein: Im Gespräch ist ein Zusammenschluss der beiden großen Warenhausketten, von Häuserschließungen und erheblichem Personalabbau wird in den Medien seit Wochen geschrieben.

    Wir sagen als Gewerkschaft ver.di klipp und klar: Dies wäre der völlig falsche Weg! An den Beschäftigten vorbei und gegen sie die Zukunft des Warenhauses zu planen, ist völlig unmöglich. Sie müssen stattdessen umfassend informiert und in die Planungen einbezogen werden. Es ist allerhöchste Zeit, gemeinsam mit den Betriebsräten und ver.di ein tragfähiges Zukunftskonzept zu entwickeln. Für uns stehen Beschäftigungs- und Standortsicherung sowie die Tarifbindung bei Kaufhof und Karstadt ganz obenan. Diese Forderungen können und müssen erfüllt werden. Eine wichtige Zukunftsinvestition wäre die schnelle Rückkehr von Karstadt in den Flächentarifvertrag.

    Beide Warenhäuser haben ihren Platz in Deutschland – auch wenn Filialen dicht beieinander liegen. Dazu brauchen wir kreative Chefetagen, die an Konzepten arbeiten, um die Kundschaft auf unterschiedliche Art und Weise zu begeistern!

    Personaleinsparungen sind noch nie der richtige Weg zu mehr Umsatz und Gewinn gewesen. Zukunftsträchtige Konzepte brauchen die personelle Kompetenz vor Ort! Und Karstadt und Galeria Kaufhof verfügen über hochqualifiziertes Fachpersonal, Männer und Frauen, die ihre Arbeit gerne und motiviert tun.

    Deshalb: Es gibt keinen sinnvollen Grund, die beiden Unternehmen zu verschmelzen. Nur ein schlechter Grund liegt auf der Hand: Mit Innenstadt-Immobilien in bester Lage einmal mehr Kasse zu machen. Doch aus Sicht der Beschäftigten und der Kund/innen bringt eine komplette Fusion von Galeria Kaufhof und Karstadt Verschlechterungen mit sich: Weniger Beschäftigung, weniger Angebote, weniger belebte Innenstädte.

    Kompetenz vor Ort: Vorschläge zur Standort- und Beschäftigungssicherung

    Wir fordern: Keine Verschmelzung von Galeria Kaufhof und Karstadt. Die bestehenden Mitbestimmungsstrukturen dürfen nicht angetastet werden. Beide Gesamtbetriebsräte müssen erhalten bleiben. Die Mitbestimmung in ihrer jetzigen Form ist wichtig, weil die Betriebsräte an jedem Standort Vorschläge zur Beschäftigungssicherung machen und die Personalplanung beraten können. Nur die Nutzung der vorhandenen Fachkenntnisse und Kompetenzen wird zum Erfolg führen.

    Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Galeria Kaufhof, Uwe Hoepfel, hat die Politik der Chefetage scharf kritisiert, die Beschäftigten via Medien über den eventuell geplanten Personalabbau in Kenntnis zu setzen. Bereits im vergangenen Jahr seien fast 1.300 Stellen bei Galeria Kaufhof gestrichen worden, nun werde von 5.000 weiteren geredet, die wegfallen sollen. »Wie sollen wir eine sichere Zukunft für das Unternehmen planen, wenn es immer weniger Menschen auf der Verkaufsfläche gibt?« Und der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Karstadt, Jürgen Ettl, betonte: »Es geht hier um Menschen. Wir erwarten, dass man mit unseren Kolleginnen und Kollegen verantwortlich umgeht.«

    Für ver.di steht fest: »Beschäftigungs- und Standortsicherung sowie die Tarifbindung für Kaufhof und für Karstadt sind keine unerfüllbaren Forderungen «, wie Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger erklärte. HBC und Signa müssten endlich ihrer sozialen Verantwortung nachkommen.

    Die Beschäftigten kämpfen gemeinsammit ver.di

    • gegen eine Verschmelzung der Karstadt- und Kaufhof-Unternehmen

    • für eine Beschäftigungs- und Standortsicherung

      für die Tarifbindung in allen Warenhäusern!