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    Rechte Hetze gefährdet Beschäftigte im Nahverkehr oder Einzelhandel

    ver.di Oberpfalz

    Rechte Hetze gefährdet Beschäftigte im Nahverkehr oder Einzelhandel

    ver.di Oberpfalz zeigt sich besorgt
    Junge Frau in Abwehrhaltung ver.di Jugend ver.di Oberpfalz zeigt sich besorgt  – Rechte Hetze gefährdet Beschäftigte im Nahverkehr oder Einzelhandel


    Anlässlich des Mordes an einem Tankstellenmitarbeiter in Idar-Oberstein, bei dem der mutmaßliche Täter offenbar aus Wut über die Coronamaßnahmen den Tankwart erschoss, führte der Vorstand des ver.di Bezirkes Oberpfalz eine Schweigeminute bei seiner Sitzung in Klardorf durch. „Wir gedenken Alexander W. und allen Opfern rechten Terrors“, leitete ver.di Bezirksgeschäftsführer Alexander Gröbner diese vorab ein. Dabei sei es wichtig, den ideologischen Hintergrund der Tat klar zu benennen und rechter Hetze entschlossen entgegen zu treten und deren Gewaltpotenzial ernst zu nehmen.

    „Querdenken und andere Verschwörungsideologen sind die geistigen Brandstifter dieser Tat“, betonte Stefan Dietl, ver.di Bezirksvorsitzender. „Rechte Hetze hat ein gesellschaftliches Klima geschaffen, in dem sich jemand ermutigt fühlte, zum Vollstrecker zu werden. Kein Wunder, wenn man sieht, wie oft Coronaleugner Beifall, Verständnis oder Achselzucken ernten. Unsere Devise muss sein: Kein Millimeter für rechte Hetze, keine Toleranz für Menschenfeinde!“

    Der ver.di Bezirksvorstand beschäftigte sich dabei auch mit den Folgen der Tat für Beschäftigte in Bereichen mit häufigem Kundenkontakt.

    „Im öffentlichen Nahverkehr stehen insbesondere unsere Kolleginnen und Kollegen mit direktem Kundenkontakt hier oft ungeschützt und ungeschult an vorderster Front“, erzählte Patrick Rostek, der im ver.di Bezirk Oberpfalz für diesen Bereich zuständige Gewerkschaftssekretär. “Vielfach arbeiten Beschäftigte besonders nachts alleine ohne Rückendeckung. Wir müssen die Gefahr durch Rechtsterroristen für diese Beschäftigten offen diskutieren und fordern ein entschlossenes Handeln der Unternehmen und Politik.“

    Auch in anderen Bereichen fühlen sich Beschäftigte alleingelassen mit aggressiven Kunden, die meinen, sie müssten ihre Wut über Corona-Maßnahmen im Laden, insbesondere an der Kasse, rauslassen.

    „Es ist leider Alltag für die im Einzelhandel überwiegend weiblichen Beschäftigten, tagtäglich beschimpft oder bedroht zu werden“, führte die für den Bereich Handel in der Oberpfalz zuständige Gewerkschafterin Christin Rappl aus. ver.di fordert deshalb zusätzliches Personal für mehr Schutz der Beschäftigten und unter anderem eine Meldestelle für Menschen, die während ihrer Arbeit zu Opfern von Gewalttätern werden.