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    Feste Stellen für feste Aufgaben

    Universitäten

    Feste Stellen für feste Aufgaben

    Fachbereichsinformation: Bildung, Wissenschaft und Forschung


    Was bisher geschah

    Jahrelang wurden studentische Beschäftigte als studentische Hilfskräfte („SHKs“) angestellt, aber nicht mit wissenschaftlichen Tätigkeiten betraut.

    Und das, obwohl den Universitäten bereits vor mehr als acht Jahren bekannt war, dass diese Praxis nicht zulässig ist. Denn nur solange SHKs wissenschaftlich tätig sind, ist die Ausnahme vom Tarifvertrag und damit der Mindestlohn möglich.

    Sobald die Tätigkeit nicht der eigenen Fortbildung als wissenschaftlicher Nachwuchs dient, führte die Bezahlung mit Mindestlohn nur dazu: Es wurde am regulären Personal gespart und das jahrelang und hundertfach.

    Einige SHKs im Bibliotheksbereich haben sich nun getraut, diesen Missstand öffentlich zu machen und ihr Recht eingefordert. Statt nun alle irregulären Stellen in reguläre Stellen umzuwandeln, lässt die Universität nun jedoch einen großen Teil der SHK-Verträge im Bibliotheksbereich auslaufen und setzt künftig ein externes Wachunternehmen in den Randzeiten ein.

    Zudem verweigert die Universität Nachzahlung an SHKs, solange sie nicht ihre Gewerkschaftsmitgliedschaft nachgewiesen haben. Klar, Tarifverträge gelten nur für Mitglieder - können wir uns also auch bei der nächsten Tarifrunde endlich auf einen Mitgliederbonus freuen?

    Wenn zwei sich streiten….

    Es herrscht große Verunsicherung unter den Beschäftigten – ob SHKs oder Festangestellte. Auch die Studierenden, die hier lernen oder arbeiten (wollen), sind verärgert. Nun sehen viele die Schuld bei denjenigen, die den Finger in die Wunde gelegt haben. Lassen wir uns nicht spalten – die Ursache liegt in der chronischen Unterfinanzierung fester Stellen für feste Aufgaben. Outsourcing und weitere Umgehung des Tarifvertrages sind keine Lösung im Sinne aller Beschäftigten! Universitäten als öffentliche Arbeitgeber sollten Sozialstandards einhalten, statt sie zu unterlaufen – und wir müssen diese gemeinsam einfordern.

    Wir fordern daher:

    • Stopp des Outsourcings von Lesesaalaufsichtstätigkeiten
    • Aktualisierung des Stellenplans und Beantragung entsprechender Mittel beim Wissenschaftsministerium für alle tarifwidrigen Stellen
    • Aufstellung eines Zeitplanes zur Umwandlung in reguläre (unbefristete) Stellen
    • Transparenz gegenüber den betroffenen Abteilungen und Beschäftigten
    • Feste Stellen für feste Aufgaben – auch in anderen Bereichen  Schluss mit Tarifflucht u nd Lohndumping an der Universität