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    Bildungsarbeit verstärken

    Senior*innen Oberpfalz

    Bildungsarbeit verstärken

    ver.di Senioren beleuchten gewerkschafts- und gesellschaftspolitische Lage
    Senior*innen Oberpfalz: Bildungsarbeit verstärken ver.di Senior*innen Oberpfalz: Bildungsarbeit verstärken


    Abstand, Maske, Hygiene bildeten die Rahmenbedingungen für die Jahrestagung der Verantwortlichen für die Oberpfälzer Seniorinnen und Senioren in der Gewerkschaft Ver.di. Über 4.300 Mitglieder bilden die Grundlage für die Interessenvertretung. Eine positive Tarifentwicklung bestimmt wesentlich die finanzielle Lage im Alter und dabei sind die rechten und nationalen Entwicklungen Sprengstoff für den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Zu diesen Themen nahmen der Bezirksgeschäftsführer der Oberpfalz Alexander Gröbner und Wolfgang Veiglhuber DGB Bildungsreferent aus München Stellung.

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    Tarifpolitik vor gigantischen Herausforderungen

    Den Auftakt der Bildungsveranstaltung bildete ein Überblick von Gröbner zu den Rahmenbedingungen wirksamer Interessenvertretung in den dreizehn Fachbereichen von Ver.di. Seit der Pandemie wurden von der Politik Erwartungen geweckt, die jetzt von den Gewerkschaften eingelöst werden sollen. Zur Umsetzung fehlen aber zwei wesentliche Voraussetzungen: Tarifverhandlungen werden vom Kräfteverhältnis bestimmt, das heißt, wo kein starkes Organisationsverhältnis, da auch wenig Durchsetzungskraft und politisch muss das Tarifvertragsrecht gestärkt werden. Fehlt Beides, dann bleibt von der Wertschätzung für erbrachte Leistungen nur noch Applaus. Arbeitnehmer bleiben damit Lohndumping als zentrales Wettbewerbsinstrument ausgesetzt. Die Pandemie hat hier die gesellschaftspolitischen Verwerfungen deutlich zu Tage gefördert. Ver.di will deshalb die Handlungsfähigkeit des Staates stärken. Zwanzig Jahre wurde an der Infrastruktur gespart, Personal reduziert und wichtige Felder ausgegliedert. Das rächt sich jetzt. Abschließend galt sein Appell den Teilnehmern unbedingt in diesem Sinne als Multiplikatoren zu wirken.

    Nicht wegducken

    Wolfgang Veiglhuber, früherer DGB Bildungsreferent, widmete sich dem Rechtsruck in der Gesellschaft und zeigte mit dem Weltbild von Friedrich A. von Hayek über Sarrazin und den rechten Parteien auf, dass naturgemäß der Stärkere sich durchsetzt. Deshalb gelten die Gewerkschaften, die für sozialen Ausgleich eintreten, als Störenfriede. Nach diesen Auffassungen gibt es keine Gleichheit, alles ist genetisch bestimmt, dumm bleibt dumm, unten bleibt unten. Wertschätzung kommt nicht vor. Deshalb widerspricht Regulierung über Bildung, Sozialstaat, Rahmen für faire Wirtschafts- und Arbeitsbedingungen dem natürlichen Prozess. Die Wirklichkeit zeigt sich anders. Über Rahmenbedingungen kann ein Ausgleich für unterschiedliche Startchancen geschaffen werden. Gemeinsames Handeln ist angesagt statt Spaltung. Aktuelle Beispiele sind Pandemie, Klima, Umwelt, Ausbeutung. Deshalb muss diese Auseinandersetzung geführt werden. Gewerkschaften sind dabei ein wichtiger Baustein. Nicht wegducken sondern aktiv in die Auseinandersetzung eingreifen. Gesellschaftspolitische Bildungsarbeit in der Schule und den Gewerkschaften verstärken.

    Die Diskussion zeigte wie wichtig die Senioren in Ver.di die aktuellen tarif- und gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen sehen. Stv. Vorsitzender Gerhard Nothhaft wollte dabei die Verteilungsfrage nicht in Vergessenheit geraten lassen. Deshalb sollen zwei Punkte in der Seniorenarbeit verstärkt an Gewicht gewinnen, so Vorsitzender Manfred Haberzeth. Der eine ist die erkennbare Solidarität und Unterstützung bei Tarifauseinandersetzungen und ein verbessertes Bildungsangebot als Grundlage für die notwendige gesellschaftspolitische Auseinandersetzung.

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