Jetzt seid Ihr dran!

    Mehr Respektlosigkeit und Provokation geht nicht!

    Tarifrunde ÖD 2020

    Mehr Respektlosigkeit und Provokation geht nicht!

    Bayerische Aktionstage 19./20. Oktober
    Warnstreiks im öffentlichen Dienst am 07.10.2020 in Reutlingen Pascal Klein Bayerische Aktionstage 19./20. Oktober


    „Die Arbeitgeber verschärfen den Konflikt massiv“, kritisiert Robert Hinke, Fachbereichsleiter für Gesundheit & Soziales in ver.di-Bayern: „Das vermeintliche Angebot der Arbeitgeber ist an Respektlosigkeit gegenüber den eigenen Beschäftigten kaum zu toppen. Es ist verantwortungslos gegenüber Bürgern und Mitarbeitern. Die akute Personalnot in der Pflege und der Fachkräftemangel in der Behindertenhilfe, der Sozialarbeit und dem Erziehungsdienst wird ignoriert. Die Arbeitgeber wollen die Corona-Krise offenkundig für eine tarifpolitische Wende instrumentalisieren. Kollateralschäden für die öffentliche Daseinsvorsorge werden hierbei bewusst in Kauf genommen.“ Beschäftigten in Bayerns Krankenhäusern, Pflegeheimen, der Behindertenhilfe und der Sozialarbeit werden am 19. und 20. Oktober gemeinsam mit Arbeitnehmer*innen anderer Betriebe und Einrichtungen des öffentlichen Dienstes ihren Unmut lautstark und wirksam zum Ausdruck bringen.

    „Das Arbeitgeberseitige Angebot läuft bei einer 36-monatigen Laufzeit, sechs Leermonaten und drei tabellenwirksamen Entgelterhöhungen von zweimal 1 Prozent und einmal 1,5% faktisch auf Einkommensverlust hinaus. Die Erhöhung der Ausbildungsvergütung beläuft sich noch nicht einmal auf ein anständiges Taschengeld. Das Eingruppierungssystem soll derart beschädigt werden, dass Abgruppierungen ermöglicht werden. Den Beschäftigten zustehende Entgeltbestandteile sollen zur Gesundheitsförderung und Attraktivitätssteigerung des Öffentlichen Dienstes von diesen selbst bezahlt werden“, erläutert Hinke das schriftlich vorgelegte Tarifangebot der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber. Einige Angebote seien zudem „vergiftet“. So soll zwar die Zulage für Wechselschicht erhöht werden, aber durch veränderte Voraussetzungen würde diese vielfach ganz entfallen. „Mehr Respektlosigkeit und Provokation geht nicht!“, empört sich Hinke.

    „Gerade wir in den Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser haben die erste Corona-Welle noch in den Knochen. Zahlreiche Umstrukturierungen, Personalverschiebungen, 12 Stundendienste, Besuchsverbote und die Angst ohne Schutzmaterialien arbeiten zu müssen“, so Volker Schmidt, Vorsitzender des Fachbereiches Gesundheit & Soziales bei ver.di Bayern und Betriebsrat bei der RoMed Klinik Rosenheim. Die nächste Bugwelle an Corona-Infektionen und Erkrankungen steht bevor. „Der Dank für die Pflegekräfte mündet in eine ernüchternde Pflegezulage von 50 Euro. Aber auch in der Behindertenhilfe, der Sozialarbeit und im Erziehungsdienst sieht Wertschätzung anders aus“, führt Schmidt aus.

    „Die kommunalen Arbeitgeber hatten eine Verschiebung der Tarifrunde abgelehnt, in der Erwartung, dass wir in der Corona-Krise klein-beigeben“, erklärt Hinke: „Vor der dritten Verhandlungsrunde am 22. Oktober machen wir erneut mobil. Wir erwarten, dass die Arbeitgeber ein ernsthaft verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch legen: „Von Sonntagsreden haben die Beschäftigten genug. Die Verärgerung wachse täglich. Wir haben bewiesen, dass Kundgebungen und Streiks auch unter Corona-bedingungen ebenso kreativ wie verantwortungsvoll geführt werden können. Wir haben einen langen Atem.“

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