Mehr braucht mehr!

    Mehr braucht mehr!

    #SuE 2022 Bayern

    Tempo machen bei der Aufwertung

    Aufwertung der Sozialen Arbeit - Mehr braucht mehr!
    SuE-Aktionstag am 29.03.2022 in Bremen Matthias Klump Tempo machen bei der Aufwertung  – Aktions- und Streiktag Sozial- und Erziehungsdienste am 5. Mai


    Bei der zweiten Tarifrunde für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) gab es keinerlei Entgegenkommen der Arbeitgeber. „Mit unserem Aktions- und Streiktag mit Schwerpunkt Behindertenhilfe am 5. Mai wollen wir gemeinsam Druck machen. Es braucht jetzt Tempo bei der Aufwertung. Es braucht jetzt eine faire Bezahlung für die Beschäftigten in den Einrichtungen der Behindertenhilfe, wie insgesamt im Sozial- und Erziehungsdienst“, forderte Norbert Flach, stv. Landesbezirksleiter von ver.di Bayern.

    „Seit 1994 steht in Artikel 3 des Grundgesetzes, ‚Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.‘ Die Realität sieht anders aus“, mahnte Robert Hinke, Leiter des Fachbereiches Gesundheit, Soziale Dienste, Bildung und Wissenschaft bei ver.di Bayern: „Vieles daran liegt am Personalmangel, der sich Jahr für Jahr verschärft.“ Bewusst habe ver.di den Aktions- und Streiktag auf den 5. Mai gesetzt, dem europäischen Protesttag zur Gleichstellung für Menschen mit Behinderung. „Inklusion geht uns alle an! Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, muss die Arbeit in der Behindertenhilfe wie auch im Sozial- und Erziehungsdienst insgesamt dringend aufwerten“, so Hinke. Die Politik und die Arbeitgeber entzögen sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. „In dieser Tarifrunde können sie das Gegenteil beweisen“, erklärte Hinke.

    „Seit Jahren sind wir mit wachsenden Anforderungen und Belastungen konfrontiert. Nicht nur durch die Pandemie. Die Beschäftigten sind viel häufiger mobil unterwegs, arbeiten mehr alleine und die Erwartungen und Vorgaben steigen“, berichtete Angela Merkl, Betriebsrätin und Mitglied der ver.di-Verhandlungskommission.

    „Gute Arbeit braucht gute Ausbildung, gute Bedingungen und gute Bezahlung. Nur so kann die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention gelingen“, betonte Margit Schmidt, ebenfalls Mitglied der Tarifkommission. Die Bedingungen dazu passten jedoch nicht. ver.di fordert daher Verbesserung wie Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel und die finanzielle Anerkennung der Arbeit der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst.

     

    Ausgewählte Aktionen der Gewerkschaft ver.di

    Mit betrieblichen und lokalen Aktionen fordern wir Verbesserungen der Arbeits- und Einkommensbedingungen für 330.000 Tarifbeschäftigte des öffentlichen Dienstes der Kommunen im Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes ein. Davon arbeitet die große Mehrheit von 245.000 Beschäftigten im Bereich der Kindererziehung und -betreuung. 55.000 sind in der Sozialarbeit und 30.000 in der Behindertenhilfe beschäftigt. Viele konfessionelle oder andere Träger haben ähnliche Entgelt- und Arbeitsbedingungen wie der öffentliche Dienst, weil der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes für die Refinanzierung der Leistungsträger (AWO, BRK, Caritas etc.) maßgeblich und in Tarifverhandlungen als ‚Leitwährung‘ gilt. 

    Würzburg:

    Demonstrationszug vom Residenzplatz (11 Uhr) über Eichhornstraße, Marktplatz zum Unteren Markt. Dort findet um 11.30 Uhr die Kundgebung mit dem stellv. ver.di Landesbezirksleiter Norbert Flach statt.

    Kolleginnen und Kollegen des Blindeninstituts, der Bentheim Werkstatt und weiteren Einrichtungen der Behindertenhilfe werden daran teilnehmen.

    Ingolstadt:

    Die Kolleginnen und Kollegen der Lebenshilfe Region 10 treffen sich um 9.30 Uhr vor dem Gewerkschaftshaus (Paradeplatz) zur Kundgebung. Von dort aus geht der Demonstrationszug zum Rathausplatz. Die Kolleginnen und Kollegen werden dort ihre Geldbeutel waschen.

    Nürnberg:

    Ab 11 Uhr am Café Strandgut am Wöhrder See (Johann Sörgel Weg 50) kommen die Kolleginnen und Kollegen aus den Einrichtung u.a. der Lebenshilfe Nürnberg und Noris Inklusiv zusammen. Nach der Kundgebung gegen ca. 12 Uhr, gibt es ab ca. 14 Uhr ein „Zirkeltraining der Überlastung“.

    Allgäu:

    Die Kolleginnen und Kollegen der Lebenshilfeeinrichtungen aus Kempten, Lindau/Lindenberg und Ostallgäu treffen sich mit den Kolleginnen und Kollegen der Unterallgäuer Werkstätten ab 9.30 Uhr Altstadt Haus Kempten, Schützenstraße 2. Nach einem Demonstrationszug findet die Kundgebung am Rathausplatz in Kempten ab 11 Uhr statt.